Braunschweig

»Judenpresse«-Rufe: Rechtsextremist zu Bewährungsstrafe verurteilt

Amtsgericht Braunschweig Foto: picture alliance/dpa

Wegen Volksverhetzung und Beleidigung ist der bekannte Rechtsextremist Martin Kiese aus Niedersachsen am Donnerstag vom Amtsgericht Braunschweig zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der 54-Jährige muss zudem eine Geldauflage von 3.600 Euro an die Opferhilfe Niedersachsen zahlen, wie ein Sprecher des Gerichtes dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Der Mann hatte sich am Volkstrauertag 2020 in Braunschweig antisemitisch gegenüber Medienvertretern geäußert. (AZ: 700 Js 69197/20)

Die Staatsanwaltschaft warf Kiese vor, im Anschluss an eine Versammlung von etwa 50 Rechtsextremisten in Richtung mehrerer Pressevertreter »Judenpresse!«, »Verdammte, Feuer und Benzin für Euch!« und »Judenpack!« gerufen zu haben. Der Vorfall ist durch ein Video dokumentiert. Das Gericht wertete die Äußerungen als Beleidigungen sowohl gegen die Journalisten als auch gegen den jüdischen Teil der Bevölkerung - in einem Fall in Tateinheit mit Volksverhetzung.

Bei dem Martin Kiese handelt es sich um den ehemaligen Landesvorsitzenden der Partei »Die Rechte«, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der Fall sorgte seit Jahren für Schlagzeilen, weil die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gegen ihn im Sommer 2023 eine radikale Kehrtwende machte. Zunächst hatte sie das Verfahren zweimal eingestellt, weil sie anfangs keine strafbare Volksverhetzung erkennen konnte. Erst nach massiven Protesten erhoben die Staatsanwälte Anklage. epd

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen)

Berlin

Özdemir: Linke muss Antisemiten notfalls rauswerfen

Nach der Abgeordnetenhauswahl können die Grünen sowohl mit SPD und Linken als auch mit SPD und CDU koalieren. Der einzige grüne Chef einer Landesregierung hat einen klaren Rat für seine Parteifreunde

 22.09.2026

Frankfurt

Vorsitzender der jüdischen Gemeinden in Hessen legt Amt bei HR nieder

Der Streit über die Höhe der Entschädigung für enteignete jüdische Grundstücke in Frankfurt am Main zieht Kreise: Daniel Neumann legt sein Aufsichtsratsmandat bei einer HR-Tochter nieder

 22.09.2026

New York

Trump: Mamdani hat Potenzial zu großartigem Bürgermeister

Politisch liegen Welten zwischen New Yorks Bürgermeister und dem US-Präsident. Doch auch nach ihrem dritten Treffen äußern sich beide erstaunlich versöhnlich

 22.09.2026

Berlin

Sergey Lagodinsky: Linke muss Antisemiten ausschließen

Die Debatte um Judenhass in der Linkspartei ebbt nicht ab. Der Grünen-Europaabgeordnete fordert nun konkrete Konsequenzen von der Parteiführung

 22.09.2026

Berlin

Merz: Jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher

Vor allem seit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Beginn des Gaza-Krieges kommt es in Berlin immer wieder zu Attacken auf Juden. Der Bundeskanzler erteilt jeglichem Antisemitismus eine klare Absage

 22.09.2026

Berlin

Igor Levit kritisiert Merz: Weiter-so in hübscher Verpackung

Merz’ Art der Kommunikation des CDU-Politikers wirke »losgelöst«, so der Pianist

 22.09.2026

Kanada

Schüsse vor Synagoge: Polizist und mutmaßlicher Angreifer schwer verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, während sich rund 25 Menschen in der Sons of Jacob Synagogue zum Jom Kippur versammelt hatten

 22.09.2026

Berlin

Auschwitz Komitee: Linke soll zu »Fehlentwicklungen« stehen

Nach dem Wahlsieg der Linken: Die Präsidentin des Auschwitz-Komitees kritisiert die Haltung der Partei zum Antisemitismus. Sie müsse sich »von allen Antisemiten in ihren Reihen« trennen

 22.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Außenminister: Berlins Regierung muss Juden zur Seite stehen

Nach dem Erfolg der Linken bei der Berlin-Wahl ruft Außenminister Johann Wadephul dazu auf, jüdisches Leben in der Hauptstadt und in Deutschland entschieden zu schützen

 22.09.2026