Thüringen

Juden fordern klare Haltung zu Iran-Protesten

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen Foto: picture alliance/dpa

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, hat zu Solidarität mit den Protestierenden im Iran aufgerufen. Die tödliche Gewalt des iranischen Systems gegen Demonstranten verlange auch in Deutschland eine klare Haltung und öffentliches Eintreten gegen Gleichgültigkeit, erklärte Schramm am Dienstag in Ilmenau.

Schramm berichtete zudem von Gesprächen mit iranischen Freunden in Deutschland, die von Schock und Trauer geprägt seien. Es gehe darum, das iranische Volk auf seinem Weg zu einer demokratischen Zukunft ohne äußere Bevormundung oder Zwang zu unterstützen. In Begegnungen zwischen iranischen, jüdischen und christlichen Akteuren in Thüringen werde schon seit Längerem über Formen des Dialogs und der Verständigung beraten, auch angeregt durch die Städtepartnerschaft Erfurts mit Haifa. Hier könne nach dem Ende des aktuellen Regimes perspektivisch ein Städtedreieck mit der westiranischen Provinzhauptstadt Hamadan entstehen.

Vereinsgründung könnte helfen

Als Keimzelle eines solchen interreligiösen Dialogs in Thüringen könne der in Gründung befindliche Verein »Esther« dienen. Dieser habe sich zum Ziel gesetzt, zivilgesellschaftliche Kontakte zwischen Iranern und Juden deutschlandweit zu stärken und dabei Christen einzubeziehen. »Gerade die Beziehungen zwischen iranischen Muslimen und Juden waren historisch gut«, sagte Schramm.

Im Iran prägen seit Ende Dezember anhaltende Proteste und ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte die politische Lage.
Menschenrechtsorganisationen melden zahlreiche Festnahmen und Tote.
International sorgen die Entwicklungen für scharfe Kritik. epd

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