Rechtsextremismus

Josef Schuster: Sicherheitslage seit Halle-Attentat verbessert

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Marco Limberg / Zentralrat der Juden in Deutschland

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle sieht der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, Verbesserungen bei der Sicherheitslage. Nach einer zunächst sehr großen Verunsicherung in den jüdischen Gemeinden sei nun wieder ein Sicherheitsgefühl da, sagte er am Donnerstag im Podcast »Mit Herz und Haltung« der katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen. »Wir sehen heute, dass in den jüdischen Gemeinden die Situation unter diesem Aspekt wieder so ist wie vor Halle, vielleicht sogar ein bisschen besser.«

Er lobte ausdrücklich die Innenminister von Bund und Ländern, die rasch eine »notwendige Veränderung« der personellen und technischen Sicherheitsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt hätten. Seitdem gebe es regelmäßig bei jüdischen Veranstaltungen und Gottesdiensten vor jüdischen Einrichtungen einen sichtbaren Polizeischutz.

HINTERGRUND Am 9. Oktober 2019 hatte ein Attentäter am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur einen Anschlag auf die Synagoge und einen Döner-Imbiss in Halle verübt, dabei zwei Menschen getötet und seine Taten live im Internet gestreamt. Er wurde zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

»Antisemitische Vorfälle sind auch mit der Erkenntnis, dass eine Gefahr von Rechtsextremisten ausgeht, natürlich nicht gebannt.«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Weiter sagte Schuster: »Halle hat Deutschland auch verändert, aber nicht allein.« Zusammen mit dem Mord am Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und dem Anschlag von Hanau sei »in breiten Kreisen in Deutschland viel deutlicher geworden, dass die rechtsextremistische Gefahr gar nicht so klein ist, wie viele gedacht haben«.

Das habe eigentlich schon nach der Aufklärung der NSU-Morde ins Bewusstsein rücken müssen, so Schuster, »aber es hat tatsächlich noch mehrerer Taten bedurft, bis in der Breite der Bevölkerung diese Botschaft angekommen ist, dass der Rechtsextremismus nicht zu unterschätzen ist, sondern eine echte Bedrohung unserer Demokratie darstellen kann.«

WARNUNG Zugleich hob Schuster hervor: »Antisemitische Vorfälle sind auch mit der Erkenntnis, dass eine Gefahr von Rechtsextremisten ausgeht, natürlich nicht gebannt.«

Mit Blick auf die Zwischenfälle unlängst bei einem Fußballspiel im Berliner Olympiastadion forderte er ein konsequentes Vorgehen der Vereine: »Wer meint, antisemitische Parolen in Fußballstadien rufen zum müssen, muss Stadionverbot bekommen.« Und dies nicht nur beim Heimatclub. kna

Meinung

Linke: Rotes Fähnchen im antizionistischen Wind

Linken-Parteichef Jan van Aken bagatellisiert den Beschluss seiner Genossen in Niedersachsen zu Israel. Damit dürfte er nicht durchkommen

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Rüstung

Ein Iron Dome »Made in Germany«?

Israel hat Deutschland Unterstützung beim Ausbau seiner Luftabwehr angeboten. Man könne sich vorstellen, den Iron Dome nicht nur zu liefern, sondern auch vor Ort zu produzieren, sagt der Chef des Rüstungskonzerns Rafael

von Ralf Balke  16.03.2026

Iran-Krieg

NATO-Staaten gegen Einsatz in Straße von Hormus

Könnte die NATO dabei helfen, die Straße von Hormus gegen iranische Attacken zu sichern? US-Präsident Donald Trump ist dieser Meinung, doch seine Alliierten zögern

 16.03.2026

Antisemitismus

Das sagt der Linken-Chef zum Büttner-Abgang

Der brandenburgische Antisemitismus-Beauftragte Andreas Büttner eckte in seiner Partei an. Jetzt verlässt er die Linke mit bitterer Kritik. Seine Partei erlebt die x-te Neuauflage einer Debatte

von Oliver von Riegen, Verena Schmitt-Roschmann  16.03.2026

Berlin

Hertie School: Studierendenvertretung verliert Misstrauensvotum

Nach einem Beschluss zur Unterstützung der gegen Israel gerichteten BDS-Bewegung haben die Studenten der privaten Hochschule ihre Vertretung abgewählt

von Joshua Schultheis  16.03.2026

Iran-Krieg

Deutschland will keinen NATO-Einsatz in der Straße von Hormus

Die US-Regierung macht Druck auf Nato-Partner, sich an der Absicherung einer wichtigen Seeroute in Nahost zu beteiligen. Berlin macht klar, dass man die Allianz gar nicht am Zuge sieht

 16.03.2026

Washington D.C.

Trump fordert militärische Unterstützung im Golf

Insbesondere von europäischen NATO-Staaten erwarte er konkrete Beiträge. Andernfalls drohe der NATO eine schwierige Zukunft, so der amerikanische Präsident

 16.03.2026

Thüringen

Jüdische Organisationen warnen vor »antisemitischer Provokation« in Buchenwald

Ein breites Bündnis wendet sich mit einer gemeinsamen Erklärung scharf gegen die Kampagne \»Kufiyas in Buchenwald\«

 16.03.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss der Miliz: Israel greift Hisbollah und iranisches Regime an

Die Lage im Überblick

 16.03.2026