Debatte

Jom Kippur als offizieller Feiertag?

Dorothea Marx ist Vizepräsidentin des Landtages in Erfurt. Foto: picture alliance / dpa

Thüringens Vize-Landtagspräsidentin Dorothea Marx (SPD) hat die Einführung jüdischer Feiertage in Thüringen angeregt. »Ich verstehe nicht, warum religiöse gesetzliche Feiertage auf christliche Religionen beschränkt sind«, sagte Marx anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages im Thüringer Landtag. Das sei ein »ganz persönlicher Vorschlag« von ihr.

Am Rande der Veranstaltung zum 27. Januar erläuterte sie, dass jüdische Feiertage früher Bestandteil des Alltags in Deutschland gewesen seien. »Da wusste jeder, was los ist an Jom Kippur oder Rosch Haschana.«

Inzwischen sei das aber nicht mehr so, sagte Marx, die auch SPD Abgeordnete im Parlament ist. Ihrer Meinung nach könnten gesetzlichen Feiertage die Vielfalt der Religionen ausdrücken.

Der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, signalisierte Offenheit. »Da müsste ganz in Ruhe darüber gesprochen werden«, sagte Schramm. Es stelle sich etwa die Frage, ob es um einen gesetzlichen Feiertag mit oder ohne Arbeit gehe.

Man müsse auch generell darüber sprechen, inwieweit die Religionsgemeinschaften in Deutschland berücksichtigt würden.

»Ich persönlich würde nicht davon ausgehen, dass das nur auf Juden zutreffen soll, ich könnte mir da schon auch die Muslime mit vorstellen. Und ich weiß auch nicht, ob es dort aufhören muss«, sagte Schramm. dpa

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Frankfurt am Main

Trotz Warnungen der jüdischen Gemeinde: Comedian tritt in Frankfurt auf

Trotz Forderungen aus der Stadtgesellschaft, den Auftritt abzusagen, bespielt der neurechte Satiriker Nikolai Binner am Freitag einen Saal in einer städtischen Liegenschaft

 05.11.2026

Nachruf

Trauer um Hubert Aiwanger

Der Freie-Wähler-Chef, bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel

von Frederick Mersi  04.11.2026

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026