Antisemitismus

Israelischer Botschafter besorgt

Yakov Hadas-Handelsman Foto: Marco Limberg

Vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar hat Israels Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, Sorge über einen Anstieg des Antisemitismus in Europa bekundet.

Judenhass sei mittlerweile nicht mehr auf rechtsextremistische Gruppen beschränkt, er sei in allen Schichten der Gesellschaft vorhanden, sagte er der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Vor allem in Westeuropa sei die Zahl der Übergriffe gegen Juden in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Asylbewerber »Dafür gibt es leider genügend Beispiele. Es ist eine Schande, dass so etwas passiert«, sagte der Botschafter. Der Zuzug von Asylbewerbern könnte das Problem nach Einschätzung des Diplomaten noch verstärken.

Derzeit kämen viele Flüchtlinge aus Ländern nach Deutschland, in denen Juden verbreitet als Feinde betrachtet würden. So kursierten teilweise Verschwörungstheorien unter geflüchteten Syrern, die Israel als Unterstützer von Diktator Baschar al-Assad bezeichneten, erklärte Hadas-Handelsman.

Der Antisemitismus sei jedoch auch unabhängig von den Flüchtlingen nach wie vor ein großes Problem in Deutschland: »Ich glaube nicht, dass die meisten Übergriffe von Muslimen begangen werden«, erklärte der Botschafter.

WJC Auch der World Jewish Congress (WJC) warnt vor wachsendem Antisemitismus. Es sei bislang selbstverständlich gewesen, dass sich die Gräuel gegen das jüdische Volk während des Zweiten Weltkrieges niemals wiederholen dürfen, sagte Präsident Ronald Lauder am Dienstag in einem Aufruf, der in New York und Brüssel veröffentlicht wurde. Doch sieben Jahrzehnte nach dem Holocaust gebe es weltweit neue gefährliche Formen von Antisemitismus. Der oft wiederholte Slogan »Nie wieder« dürfe kein Lippenbekenntnis bleiben.

Lauder beklagte zudem, dass Holocaust-Überlebende in vielen Ländern in Armut lebten. Es sei wichtig, der Schoa und der sechs Millionen ermordeten Juden zu gedenken. Genauso wichtig sei es aber auch, die schlimme Situation von vielen Überlebenden im Blick zu behalten: »Sie haben es verdient, ihr Leben in Würde zu leben.« Nach Angaben des Jüdischen Weltkongresses gibt es weltweit rund 500.000 Schoa-Überlebende. epd

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert

Vereinte Nationen

Wer finanziert die Arbeit der UN-Berichterstatter?

Die Genfer NGO UN Watch hat einen Bericht vorgelegt, der die Zuwendungen an rund 140 unabhängige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen unter die Lupe nimmt. Auf Platz 3 der Liste: Francesca Albanese

von Michael Thaidigsmann  20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Washington D.C.

Vance gibt keine Wahlempfehlung für Netanjahu ab

Im Gegensatz zu seinem Chef Donald Trump sieht der amerikanische Vizepräsident von einer Unterstützung des israelischen Ministerpräsidenten ab. Warum?

 20.10.2026

Nach Spionage-Urteil

Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Dem Diplomaten solle der starke Protest des Iran übermittelt werden, heißt es. Kurz zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt

 20.10.2026

Gießen

Staatsanwaltschaft klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

Bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der AfD-Jugendorganisation soll Kevin Dorow eine Parole der Hitlerjugend verwendet haben. Nun muss ein Gericht über die Anklage entscheiden

 20.10.2026

Luftwaffenstützpunkt Ovda

Hegseth trifft Netanjahu bei unangekündigtem Israel-Besuch

Wenige Tage vor der israelischen Wahl ging es bei dem Geheimtreffen wohl um das weitere Vorgehen gegen das Mullah-Regime in Teheran

 20.10.2026