Nach Hinweisen auf konkrete Anschlagspläne hat Israel die Sicherheitsmaßnahmen für seine diplomatischen Vertretungen rund um den Globus deutlich ausgeweitet. Der Inlandsgeheimdienst Shin Bet und das Außenministerium erklärten laut israelischen Zeitungen am Freitag in Jerusalem, Einrichtungen und Vertreter im Ausland stünden derzeit verstärkt im Fokus möglicher Angriffe.
Auch Israelis außerhalb des Landes seien potenziell gefährdet. Bereits zuvor hatte der Nationale Sicherheitsrat gewarnt, es gebe eine »konkrete Sorge«, dass Terroristen derzeit versuchen könnten, Israelis sowie jüdische Einrichtungen weltweit anzugreifen.
Im Zuge der neuen Sicherheitslage wurden nach Angaben der Behörden Schutzkonzepte für Botschaften und andere diplomatische Missionen überprüft und erweitert. Dazu gehören zusätzliche Trainings für Sicherheitspersonal, neue Verfahren für den Umgang mit Extremfällen sowie aktualisierte Evakuierungspläne.
Verstärkter Einsatz
Zudem arbeitet Israel enger mit den Sicherheitsbehörden der jeweiligen Gastländer zusammen. Auch technische Systeme zur Überwachung und zur frühzeitigen Erkennung möglicher Bedrohungen wurden verstärkt eingesetzt.
Neben sichtbaren Sicherheitsvorkehrungen wurden auch verdeckte Maßnahmen ausgebaut. Diplomaten, Delegationen und Einrichtungen Israels im Ausland sollen damit besser geschützt werden.
Die Maßnahmen konzentrieren sich besonders auf Regionen mit erhöhtem Risiko, darunter Teile Europas, des Nahen Ostens und Afrikas. Auch Orte mit vielen israelischen Reisenden oder Geschäftsleuten stehen stärker im Blick wie internationale Flughäfen, an denen israelische Airlines aktiv sind.
Vereitelter Anschlag
Das Außenministerium in Jerusalem erklärte, man unterstütze Israelis im Ausland weiterhin konsularisch, wo immer dies notwendig sei.
Parallel dazu meldeten Sicherheitsbehörden in Aserbaidschan, sie hätten einen Anschlagsplan vereitelt. Berichten zufolge sollten mehrere Ziele angegriffen werden, darunter die israelische Botschaft in Baku, eine Synagoge sowie ein führendes Mitglied der Gemeinde der Bergjuden.
Örtlichen Medien zufolge werde der Plan den iranischen Revolutionsgarden zugeschrieben. Ziel sei gewesen, Unruhe zu stiften und dem internationalen Ruf Aserbaidschans zu schaden. Sicherheitskräfte hätten im Zusammenhang mit dem Vorhaben drei Sprengsätze entdeckt und unschädlich gemacht.
Zu den möglichen Zielen gehörte demnach auch die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, eine wichtige Energieverbindung in der Region. Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen seit Beginn der israelischen Militäroperation »Roaring Lion« und dem amerikanischen Pendant »Epic Fury«. im