Bericht

Israel prüft, Gaza weist zurück

Nachdem am Montag der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) in Genf seinen Bericht zum Gaza-Krieg im Sommer 2014 vorgelegt hatte, erklärte Ghazi Hamad, früherer »Vize-Außenminister« und immer noch hoher Hamas-Funktionär, dieser Report gehe ihn nichts an: Alle Raketen, die seine Organisation auf Israels Süden gefeuert habe, hätten nur militärischen Zielen gegolten.

Israels Außenministerium hingegen versprach eine aufmerksame Prüfung jedes einzelnen Vorwurfs, wies aber in einer ersten Stellungnahme bereits einige Vorwürfe zurück. Vor allem, dass der »profunde Unterschied zwischen Israels moralischem Verhalten während der Operation ›Protective Edge‹ und den Terrororganisationen, mit denen Israel konfrontiert war«, nicht anerkannt wurde, ärgert die Regierung in Jerusalem.

siedlungen Der Bericht behauptet, dass auf beiden Seiten Kriegsverbrechen begangen worden seien. Israelischerseits seien das Angriffe auf dicht bewohnte Siedlungen im Gazastreifen gewesen. Vonseiten der Palästinenser seien es die dauernden Raketenabschüsse auf israelisches Territorium, zudem die Hinrichtungen von 21 Palästinensern wegen »Kollaboration« sowie das Ausheben von Tunneln mit dem einzigen Zweck, Angriffe auf Israel zu verüben.

Den Vorsitz der Kommission hatte die amerikanische Richterin Mary McGowan Davis inne, die den Kanadier William Schabas abgelöst hatte. Der Völkerrechtler musste zurücktreten, nachdem bekannt geworden war, dass er 2012 für die PLO ein gut bezahltes Rechtsgutachten erstellt hatte.

nordkorea In einer ersten Reaktion verurteilte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Bericht. Der UNHRC tue »alles, nur nicht, sich um Menschenrechte kümmern«. Er habe häufiger Israel verurteilt als Iran, Syrien und Nordkorea zusammen. Israel begehe keine Kriegsverbrechen, »sondern verteidigt sich gegen eine Terrororganisation, die seine Vernichtung fordert«.

Netanjahus innenpolitischer Gegenspieler, Isaac Herzog von der Zionistischen Union, stimmte ihm zu: »Zahal ist eine moralische Armee, und ich brauche keinen internationalen Bericht, um das zu wissen.« Herzogs Co-Vorsitzende der Zionistischen Union, Zipi Livni, erklärte: »Israel ist eine Demokratie mit einem starken Rechtssystem und Mechanismen, sich selbst zu überprüfen.«

Wenige Tage vor dem UNHRC-Report hatte Israels Regierung einen eigenen Bericht vorgelegt. Auch eine Gruppe hochrangiger internationaler Militärs bescheinigte Israel, viel zum Schutz von Zivilisten unternommen zu haben.

In eigener Sache

Die Jüdische Allgemeine erhält den »Tacheles-Preis«

WerteInitiative: Die Zeitung steht für Klartext, ordnet ein, widerspricht und ist eine Quelle der Inspiration und des Mutes für die jüdische Gemeinschaft

 07.01.2026 Aktualisiert

Todesurteil

Iran richtet angeblichen Mossad-Spion hin

Eine angebliche Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst führte im Iran zu einer weiteren Hinrichtung. Die Exekutionen erreichten im vergangenen Jahr einen Höchststand

 07.01.2026

Kommentar

Erst Maduro, dann die Mullahs?

Der Sturz des venezolanischen Diktators ist auch eine glasklare Warnung an das iranische Regime. Israel und die USA könnten einen Beitrag dazu leisten, es zu Fall zu bringen

von Saba Farzan  07.01.2026

Dialog

Israel und Syrien vereinbaren Kommunikationskanal unter US-Vermittlung

Mit US-Unterstützung nehmen Israel und Syrien ihren Dialog wieder auf. Ein neuer Kommunikationsmechanismus soll künftig Streit zwischen den beiden verfeindeten Ländern verhindern

 07.01.2026

Seeon

Schuster warnt vor Auswanderung von Juden aus Deutschland

In vielen Bundesländern und auch im Bund darf sich die AfD laut Umfragen Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Der Präsident des Zentralrates der Juden warnt vor dramatischen Folgen

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Im Iran gehen wieder Menschen gegen die Staatsführung auf die Straße. Die militärischen Spannungen in der Region reißen jedoch nicht ab

 06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu unterstützt iranische Proteste

Der entscheidende Moment, in dem die Iraner ihr Schicksal selbst in die Hand nähmen, sei möglicherweise gekommen, erklärt der Ministerpräsident in Jerusalem

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026