Essen

Islamist plante Mord an Juden

Das Essener Berufskolleg, in dem der Angriff stattfand Foto: picture alliance/dpa

Die Messerattacke auf eine Lehrerin in einem Berufskolleg in Essen und auf einen Obdachlosen war nach Erkenntnissen der Ermittler ein gezielter Terroranschlag. »Bild« berichtete zuerst darüber. Der 17-jährige Erjon S., ein kosovarischer Staatsangehöriger, soll aus einer islamistisch-jihadistischen Ideologie heraus gehandelt haben. Die Bundesanwaltschaft hat wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Ermittlungen übernommen.

Am Morgen des 5. September 2025 stach der Schüler laut Bundesanwaltschaft zunächst mehrfach und unvermittelt mit einem großen Messer auf eine ihm bekannte Lehrerin ein und verletzte sie lebensgefährlich. Kurz darauf attackierte er auf offener Straße einen ihm unbekannten Obdachlosen mit einem Messerstich in den Rücken, auch dieser erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

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Anschließend begab sich der Angreifer zweimal hintereinander zur Alten Synagoge Essen, offenbar in der Absicht, dort Juden zu töten. Nach »Bild«-Informationen soll er an der Synagoge geklingelt und eine Frau gefragt haben, ob sie Jüdin sei. Als sie verneinte und angab, Christin zu sein, entfernte er sich.

Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft plante Erjon S., in den »Heiligen Krieg« zu ziehen, »Ungläubige« zu töten und als Märtyrer zu sterben. Auch den Zugriff durch das SEK soll er gezielt provoziert haben, indem er mit dem Messer auf die Beamten zuging, um erschossen zu werden.

Die Bundesanwaltschaft bewertet die Taten als Ausdruck einer radikalislamistischen Überzeugung, die sich gegen die freiheitliche Gesellschaftsordnung in Deutschland richtet und geeignet ist, die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen. Der 17-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen führt eine Mordkommission gemeinsam mit dem Staatsschutz der Polizei Essen. ja

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