Institut für Islamische Theologie

Islam-Beirat nur nach Sicherheits-Check

Humboldt-Universität an der Straße Unter den Linden in Berlin Foto: dpa

Der Berliner Senat und die Humboldt-Universität haben die anhaltende Kritik am Beirat des neuen Instituts für Islamische Theologie zurückgewiesen. Dem Gremium könnten keine Vertreter mit Positionen angehören, »die mit dem Grundgesetz und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar sind, die antisemitische Äußerungen tätigen oder das Existenzrecht Israels infrage stellen«, erklärten am Freitag Senatskanzlei und Universität.

Jüngster Anlass ist die Kritik des Grünen-Politikers Volker Beck an der Mitgliedschaft der Islamischen Gemeinschaft der Schiiten in Deutschland (IGS) in dem Gremium. Das wichtigste Mitglied der IGS, das Islamische Zentrum Hamburg, habe in der Vergangenheit maßgeblich die ebenso antisemitischen wie israelfeindlichen Al-Quds-Demonstrationen in Berlin zu verantworten, schrieb Beck in einem Gastbeitrag für die »Jüdische Allgemeine«.

BEDENKEN Senatskanzlei und Universität betonten, die fünf stimmberechtigten Beiratsmitglieder seien erst nach einer Überprüfung durch die Sicherheitsbehörden des Bundes berufen worden, die keine Bedenken gegen die Ernennung vorgebracht hätten. »Eine Änderung der Einschätzung der Sicherheitsbehörden würde auch eine erneute Überprüfung der Beiratszusammensetzung zur Folge haben«, heißt es in der Erklärung weiter.

Der Beirat wirkt an der Berufung der Professuren des Instituts mit. In der Kritik steht das Gremium auch, weil dort nur muslimische Organisationen vertreten sind, die einer konservativen Ausrichtung des Islam zugerechnet werden. Außer der IGS sind es der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Islamische Föderation. Stimmberechtigt sind überdies zwei Professoren der Islamischen Theologie.

Senatskanzlei und Universität erklärten, der Beirat werde erst zum Schluss eines »nach rein wissenschaftlichen Kriterien erfolgten Berufungsverfahrens« konsultiert. Entsprechend zu den Regelungen für die Hochschultheologie der Kirchen könne der Beirat die Zustimmung zu einer Professur nur aus religiösen Gründen verweigern und müsse dies durch ein theologisches Gutachten begründen.

BERATUNGEN Bislang habe der Beirat seine Zustimmung zu drei der sechs vorgesehenen Professuren bereits gegeben. Zwei weitere Vorschläge lägen ihm zur Beratung vor, ein weiterer werde ihm in Kürze übermittelt.

Das Islam-Institut nimmt seinen Lehrbetrieb zeitgleich mit dem ebenfalls neuen Institut für Katholische Theologie zum Wintersemester 2019/20 auf.  kna/ja

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Teheran

Iran prüft US-Vorschlag

In den Streitigkeiten um die Straße von Hormus und die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gehen diplomatische Bemühungen weiter. Jetzt meldet sich Irans Außenamtssprecher

 06.05.2026

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026

München

Bayern: Zahl antisemitischer Vorfälle bleibt auf Rekordhoch

»Antisemitische Ausdrucksformen wurden enthemmter, bedrohlicher und direkter«, sagt Annette Seidel-Arpacı, die Leiterin von RIAS Bayern

 06.05.2026

Washington/Teheran

Bericht: USA und Iran nähern sich Vereinbarung zur Beendigung des Krieges

Kern der laufenden Gespräche ist ein auf einer einzigen Seite untergebrachtes, knappes Memorandum, das auf wenigen Punkten basieren soll

 06.05.2026

Berlin

Hubig besorgt über Zulauf zu militanten Rechtsextremisten

In mehreren Bundesländern laufen Durchsuchungen gegen Rechtsextremisten. Was die Bundesjustizministerin dazu sagt

 06.05.2026

New York

USA unterstützen UN-Resolution zu möglichen Iran-Sanktionen

Dem Regime in Teheran werden in einem von den USA unterstützten Entwurf »wirksame Maßnahmen entsprechend der Schwere der Lage, einschließlich Sanktionen« angedroht

 06.05.2026

Washington D.C.

Trump stoppt Marineeinsatz in der Straße von Hormus

Der Präsident begründet dies mit angeblichen Fortschritten in Gesprächen mit Teheran über ein Abkommen. Außenminister Rubio hatte zuvor dagegen erklärt, das »Project Freedom« stelle nun den Schwerpunkt dar

 06.05.2026