Gedenken

Iris Berben erinnert an Schoa-Überlebende Margot Friedländer

Margot Friedländer und Iris Berben bei der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages aus Anlass des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Reichstagsgebäude im vergangenen Jahr. Nun wird Iris Berben Zweitzeugin der verstorbenen Margot Friedländer. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Schauspielerin Iris Berben (75) setzt sich gegen das Vergessen des Holocaust ein. Im Projekt »Ich bin Zweitzeugin von...« erzählt sie die Lebensgeschichte der Schoa-Überlebenden Margot Friedländer. »Erinnern heißt für mich: wach bleiben, zuhören und Verantwortung übernehmen«, sagte Berben laut einer Mitteilung des Vereins Zweitzeugen in Essen. »Die Geschichten der Überlebenden des Holocausts sind mehr als Zeugnisse einer grauenvollen Vergangenheit - sie sind Leitlinien für unser Handeln heute.«

Margot Friedländer überlebte als einzige ihrer direkten Familie die Schoah. Nach mehr als sechs Jahrzehnten in New York kehrte sie im Alter von 88 Jahren in ihre Heimat Berlin zurück und engagierte sich für Demokratie sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. Bekannt ist ihre Aufforderung »Seid Menschen!«.

Schoa-Überlebende: »Seid Menschen!«

Als eine der bekanntesten Zeitzeuginnen erhielt sie im vergangenen April den Sonderpreis des Westfälischen Friedens von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht. Einen Monat später starb Friedländer im Alter von 103 Jahren.

Der Verein Zweitzeugen will die Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden bewahren und weitergeben. So soll der Massenmord an Millionen Juden weiter eine Mahnung sein, auch wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind. Die neue Social-Media-Kampagne »Ich bin Zweitzeuge von...« startet an diesem Dienstag, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag.

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