Teheran

Irans Expertenrat bestimmt Mojtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer

Mojtaba Khamenei ist der neue Oberste Führer. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch einen Luftschlag hat der iranische Expertenrat einen Nachfolger bestimmt. Wie staatliche Medien berichten, wurde Mojtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Revolutionsführers, zum neuen Obersten Führer der Islamischen Republik ernannt.

Der 88 Mitglieder umfassende Expertenrat ist laut iranischer Verfassung für die Wahl des höchsten religiösen und politischen Führers zuständig. Das Gremium rief die Bevölkerung zugleich dazu auf, geschlossen hinter der neuen Führung zu stehen und dem neuen Obersten Führer Loyalität zu zeigen.

Die Entscheidung folgt auf mehrere Tage der Unsicherheit über die Nachfolge an der Spitze des iranischen Systems. Ali Chamenei war bei einem der ersten Angriffe der Operation »Roaring Lion« getötet worden. Seitdem wurde erwartet, dass der Expertenrat zusammentritt, um über die künftige Führung des Landes zu entscheiden.

Geistlicher mittleren Ranges

Der 56-jährige Mojtaba Chamenei gilt seit Jahren als möglicher Nachfolger seines Vaters. Der Geistliche mittleren Ranges unterrichtet schiitische Theologie in der religiösen Hochburg Qom. Obwohl er nie ein offizielles Regierungsamt innehatte, wird ihm innerhalb des Machtapparates beträchtlicher Einfluss zugeschrieben.

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Beobachter gehen davon aus, dass seine Ernennung für eine Fortsetzung der politischen Linie seines Vaters stehen dürfte. Während dessen mehr als drei Jahrzehnte dauernder Herrschaft verfolgte Teheran eine harte innen- und außenpolitische Linie. Der Iran überzog den nahen Osten – und vor allem Israel – mit Terrorwellen und Kriegen.

Nach Berichten aus den ersten Tagen des Krieges soll Mojtaba Chamenei zu Beginn des Konflikts einen Angriff überlebt haben, das Israel zugeschrieben wird. Öffentlich ist er seit Beginn der Kämpfe jedoch nicht mehr aufgetreten. Zudem sollen bei dem Angriff auf das Anwesen des damaligen Revolutionsführers in Teheran mehrere Mitglieder seiner Familie ums Leben gekommen sein. Seine Wahl war »aus Sicherheitsgründen« zunächst mehrere Stunden lang nicht bekanntgegeben worden.

Mojtaba Chamenei wird dem ultrakonservativen Lager innerhalb der iranischen Führung zugerechnet. Insidern zufolge verfügt er über enge Beziehungen zu einflussreichen Kreisen der Revolutionsgarden, die eine zentrale Rolle im Machtgefüge der Islamischen Republik spielen. im

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