Eine Woche nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel hat der iranische Präsident Massud Peseschkian die Angriffe seines Landes auf Staaten der Region bedauert. Zugleich wies er laut amerikanischen und israelischen Medien Forderungen aus Washington nach einer Kapitulation zurück.
Irans Präsident Peseschkian: Die Krise müsse diplomatisch gelöst werden
»Ich muss mich in meinem eigenen Namen bei den Nachbarländern entschuldigen, die vom Iran angegriffen wurden«, sagte Peseschkian. Künftig sollten keine Raketen mehr auf diese Länder abgefeuert werden, »es sei denn, wir werden von diesen Ländern angegriffen«. Gleichzeitig betonte er, die Krise müsse letztlich diplomatisch gelöst werden.
Trotz dieser Erklärung gingen die Angriffe weiter. In mehreren Staaten der Golfregion wurden in der Nacht erneut Raketen und Drohnen gemeldet. In Bahrain heulten Sirenen, während Saudi-Arabien nach eigenen Angaben Drohnen über dem großen Ölfeld Shaybah sowie eine auf die Prince Sultan Air Base gerichtete ballistische Rakete abfing.
Auch in Dubai waren Explosionen zu hören. Am internationalen Flughafen wurden Passagiere zeitweise in Tunnelanlagen geführt, nachdem Luftabwehrsysteme aktiviert worden waren. Der Flugverkehr wurde kurzfristig unterbrochen.
Beobachter sehen in den widersprüchlichen Signalen aus Teheran ein Zeichen dafür, dass die politische Führung derzeit nur begrenzten Einfluss auf Teile des Militärs hat. Die Revolutionsgarden, die über viele Raketenprogramme verfügen, unterstanden zuvor direkt dem getöteten Revolutionsführer Ali Chamenei.
Die militärische Auseinandersetzung hat sich inzwischen auf mehrere Länder ausgeweitet. Der Energieminister von Katar, Saad al-Kaabi, warnte, eine Eskalation könne »die Volkswirtschaften der Welt zum Einsturz bringen«. Sollte der Energieexport aus den Golfstaaten massiv beeinträchtigt werden, könnten die Ölpreise seiner Einschätzung nach bis auf 150 Dollar pro Barrel steigen. ja