Berlin

Innenministerkonferenz: Missbrauch von Demonstrationen unerträglich

Iris Spranger (SPD), Berlins Senatorin für Inneres Foto: picture alliance/dpa

Die deutschen Innenminister wollen mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten »pro-palästinensische« Demonstrationen gegen Israel in Zukunft nicht uneingeschränkt akzeptieren. »Der Missbrauch von Meinungs- und Versammlungsfreiheit zur Verbreitung von Hass und Hetze gegen Israel und Juden ist nicht nur unerträglich, sondern ihm treten wir mit allen verfügbaren rechtsstaatlichen Mitteln entgegen«, betonte die Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD), am Mittwoch bei der Eröffnung.

Daher sei auch der Besuch des israelischen Botschafters Ron Prosor und des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, bei der Konferenz ein wichtiges Signal, so Spranger.

Die weltweite Sicherheitslage habe sich zuletzt »dramatisch« verschlechtert. Dies habe direkte Auswirkungen auf Deutschland, sagte die Senatorin. Die Terrorgefahr ist der zweite Schwerpunkt der dreitägigen Konferenz in Berlin. Angesichts der aktuellen Konflikte habe der Schutz der Bürger in Deutschland eine besonders große Bedeutung.

Verschärfte Bedrohungslage

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte im Nachrichtenportal »t-online« bereits betont, dass es eine verschärfte Bedrohungslage insbesondere durch islamistischen Terrorismus gebe. »Gerade jetzt müssen islamistische Gefährder genau im Blick behalten und weitere Radikalisierungsprozesse gestoppt werden.« Derzeit vor allem die Weihnachtsmärkte und im nächsten Jahr die Fußball-Europameisterschaft 2024 stehen im Fokus der Polizei.

Zu Gast bei den Innenministern wird auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sein. Spranger sagte, die innere und äußere Sicherheit Deutschlands seien »nicht mehr klar trennbar«.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte am Rand der Tagung, dass die Mitte Oktober von Faeser eingeführten Kontrollen an den Grenzen vor allem zu Polen und Tschechien unbedingt weitergeführt werden müssten. »Die Kontrollen sind überaus erfolgreich. Seit es sie gibt, haben wir kriminelle hunderte Schleuser festnehmen können«, sagte Herrmann. Die Kontrollen hätten eine deutlich abschreckende Wirkung. Es wäre »ein völlig falsches Zeichen«, sie wieder zu beenden. Von anderen Innenministern hörte man ähnliche Einschätzungen.

Gewalttätige Fußballfans

Wichtiges Thema bei der IMK soll auch der Umgang mit gewalttätigen Fußballfans sein. Besonders Niedersachsen, Hamburg und Hessen drängten zu Beratungen über das Thema, mehrere Bundesländer sehen auch den DFB in der Pflicht für eine Beteiligung an den Kosten für die Polizeieinsätze.

Nach einigen Vorkommnissen auf deutschen Flughäfen soll auch über mehr Sicherheit an solchen Orten gesprochen werden. Außerdem geht es etwa um den Kampf gegen zunehmende Gewaltkriminalität, sexualisierte Darstellungen von Gewalt gegen Kinder durch Künstliche Intelligenz und die Beweislastumkehr bei der Vermögensabschöpfung von Kriminellen. dpa

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026