Justiz

Holocaust-Leugner Williamson erneut verurteilt

Volksverhetzung: Das Landgericht Regensburg hat sein Urteil vom Januar des Jahres bestätigt. Foto: dpa

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson (73) ist erneut wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er soll – wie bereits in erster Instanz entschieden – 1800 Euro zahlen, weil er die Existenz von Gaskammern und den millionenfachen Judenmord in einem Fernsehinterview mit einem schwedischen TV-Sender bestritten hatte. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Regensburg, Walter Boeckh, begründete die Entscheidung am Montag damit, dass Williamson seine Aussage vorsätzlich gemacht habe. Mit einer Verbreitung in Deutschland habe er gerechnet, damit gehe die Störung oder gar Gefährdung des öffentlichen Friedens einher.

Der ehemalige Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft hatte 2008 in einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender die Existenz von Gaskammern und den millionenfachen Mord an Juden durch die Nationalsozialisten bestritten. Das Interview war im Priesterseminar der Piusbrüder in Zaitzkofen bei Regensburg aufgenommen worden.

Staatsanwalt Der Angeklagte habe nicht nur den Judenmord in Gaskammern geleugnet, sondern auch die massenhafte Tötung einer ganzen Volksgruppe verharmlost, sagte Staatsanwalt Markus Pfaller am zweiten Tag der Berufungsverhandlung. Die Aussagen Williamsons, es seien 200.000 bis 300.000 Juden in der NS-Zeit ums Leben gekommen, »aber keiner von ihnen in einer Gaskammer«, habe der Bischof gegenüber Journalisten bewusst getätigt, damit seien sie auch öffentlich. Die Verteidiger Williamsons hatten Freispruch für den Angeklagten und die Einstellung des Verfahrens gefordert.

Zuletzt hatte das Amtsgericht Regensburg Williamson im Januar 2013 eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro auferlegt. Dagegen hatten Williamson und seine Anwälte Berufung eingelegt. epd

Elif Eralp

Meinung

Sprengsatz im Berliner Kessel

Was brodelt in der Berliner Linken – und warum wollen SPD und Grüne mit ihr regieren?

von Peter Hesse  19.10.2026

Israel

Benny Gantz steigt aus dem Wahlkampf aus

Benny Gantz’ Bündnis Blau-Weiß drohte, an der Hürde für den Parlamentseinzug zu scheitern. Nun will der Oppositionspolitiker Berichten zufolge nicht mehr antreten.

 19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 19.10.2026

Ausschreitungen in Frankreich

Dobrindt warnt vor Bündnis aus Linksextremisten und radikalen Migrantenmilieus

Der Bundesinnenminister sieht in den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich eine Gefahr, die auch Deutschland betreffen könnte

 19.10.2026

Anschlagsvorbereitungen in Deutschland

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und israelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Nach ihrer Verurteilung in Hamburg vor wenigen Tagen reagiert das Außenministerium in Berlin

 19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

London

Israel-Unterstützerin gerät wegen ihres Engagements ins Visier der Polizei

Holly Passmore wurde nach einem Aufenthalt in Israel von zwei Polizisten befragt

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026