Sachsen-Anhalt

Halle-Prozess wird länger als geplant ausgesetzt

Foto: imago

Der Prozess um den antisemitischen Terroranschlag von Halle pausiert länger als geplant. Der einzige für diese Woche angesetzte Verhandlungstermin am Mittwoch müsse entfallen, teilte das Oberlandesgericht am Montag in Naumburg mit. Grund sei die Erkrankung von Prozessbeteiligten. Das Gericht betonte, dass es sich nicht um eine Corona-Infektion handele.

Damit pausiert die Verhandlung jetzt für zwei Wochen, sie wird am 13. Oktober fortgesetzt. Zuletzt hatten vorigen Mittwoch die Überlebenden des Ortes Wiedersdorf ausgesagt, die der Attentäter auf der Flucht bedroht und angeschossen hatte, um ein Auto zu rauben.

TRAUMA Seit Juli arbeitet der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts den Terroranschlag vom 9. Oktober 2019 mit zwei Toten und vielen Verletzten und Traumatisierten auf. Aus Platzgründen wurde der Prozess in den größten Verhandlungssaal des Landes im Landgericht Magdeburg verlegt. Derzeit sind Termine bis Mitte November angesetzt.

Angeklagt ist ein 28 Jahre alter Deutscher. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, »aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung heraus einen Mordanschlag auf Juden« geplant zu haben. Der Angeklagte Stephan B. hat die Taten gestanden.

Als ihm misslang, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge einzudringen, erschoss der Attentäter eine 40 Jahre alte Passantin. Im Anschluss attackierte er in einem nahen Döner-Imbiss und tötete einen 20 Jahre alten Mann. Auf seiner Flucht verletzte er weitere Menschen, ehe er von der Polizei gefasst wurde. dpa

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Erfurt

Deutsch-israelischer Jugendaustausch kommt nicht voran

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse sieht strukturelle und politische Gründe. Auch ein Austauschprogramm stockt

von Matthias Thüsing  21.08.2026

Wahlkampf der AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund

Magdeburg

Wie sich die AfD auf eine mögliche Regierung vorbereitet

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte der rechtsextremistischen AfD erstmals den Weg in eine Landesregierung öffnen. Mit Schulungen, einem Personalpool und Hilfe aus Österreich bereitet sie sich seit langem darauf vor

von Jörg Ratzsch  21.08.2026

Berlin

Bezirk prüft Entzug der Zulassung von antisemitischem Influencer als Berufsbetreuer

Auf Instagram verbreitet er Judenhass und Verschwörungsmythen, im Job soll er Berufstätige mit Herausforderungen betreuen. Passt das zusammen?

 21.08.2026

Iran-Konflikt

Nach Berichten über Missstände: US-Flugzeugträger »USS George Washington« löst Pannenschiff ab

Die »USS Abraham Lincoln« ist seit Monaten im Mittleren Osten eingesetzt und hat zuletzt wegen erheblicher Probleme an Bord Schlagzeilen gemacht. Nun ist ein neuer Flugzeugträger in der Region angekommen

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Berlin/Brüssel/Jerusalem

Sieben Staaten und EU verlangen Stopp von Siedlungsprojekt im Westjordanland

Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und weitere Länder fordern Israel auf, die geplante Bebauung zu stoppen. Die EU bereitet offenbar ein Sanktionspaket vor

 21.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026