Moskau

Hälfte der Juden Russlands wanderte vor Ukraine-Krieg aus

Blick in die Große Choral-Synagoge in Moskau Foto: picture alliance/dpa/TASS

Nach Angaben der russischen Statistikbehörde in Moskau ist die Zahl russischer Bürger, die sich als Juden identifizieren, von 2010 bis 2021 von etwa 160.000 auf knapp 83.000 gefallen. Dies ist offensichtlich ein enormer Rückgang um fast die Hälfte.

Der jüngste Exodus russischer Juden, der mit dem Angriff Moskaus auf das Nachbarland Ukraine begann, ist hier noch gar nicht enthalten. Im Jahr 2021 wurde die Volkszählung durchgeführt, deren Ergebnisse diese Zahlen enthalten.

Abgesehen von den genau 82.644 in der Erhebung erwähnten russischen Juden haben etwa 2000 Bergjuden, israelische Juden, georgische Juden und andere Minderheiten innerhalb der jüdischen Minderheit in Russland gelebt, wie die Publikation lechaim.ru berichtet. Vermutlich sahen weitere Juden davon ab, ihre Herkunft während der Volkszählung anzugeben.

In der Zeitspanne von 2010 bis 2021 wuchs die Gesamtbevölkerung Russlands um 3,5 Prozent. Die Karäer waren die einzige jüdische Bevölkerungsgruppe, deren Zahl ebenfalls anstieg. Dies könnte mit dem Angriff Russlands auf die Krim im Jahr 2014 zu tun haben, denn viele Karäer lebten ursprünglich dort.

Nun, bald ein Jahr nach dem Beginn des jüngsten Eroberungskrieges gegen die Ukraine, könnte die Zahl der in Russland lebenden Juden erneut erheblich gefallen sein. Unlängst hatte Pinchas Goldschmidt, der bis vor kurzem Oberrabbiner in Moskau war, Juden geraten, das Land zu verlassen, wegen der Gefahr weiterer antisemitischer Anfeindungen im Land. Er selbst musste im März 2022 nach Israel flüchten, weil er sich weigerte, öffentlich Putin und dessen Krieg gegen die Ukraine gutzuheißen.

Viele der russischen Juden, die vor 2022 Russland verließen, sind offenbar ebenfalls nach Israel gezogen. Israelischen Angaben zufolge machten zwischen 2010 und 2019 fast 67.000 Russen Alija.


Straße von Hormus

US-Marine soll jeden Minenleger versenken

Der amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen den Iran

 23.04.2026

Berlin

Bundesregierung sieht Chance bei Verhandlungen zwischen USA und Iran

Kehren die Washington und Teheran zurück an den Verhandlungstisch? Die Bundesregierung sieht in Verhandlungen eine Chance für den Frieden

 23.04.2026

Parteien

Streit um Israel: Linke auf der Sandbank?

Die Linke ringt weiter über ihre Haltung zu Israel und zum Nahostkonflikt. Der Parteivorstand will mit einem Leitantrag für den Parteitag in Postdam im Juni den Streit befrieden. Doch auch eine Personalie sorgt für Diskussionen

von Michael Thaidigsmann  23.04.2026

Zukünftige Führung

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin für härteren Kurs gegen Mullahs

Reza Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Vor seinem Auftritt wurde er mit Tomaten beworfen

 23.04.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Der Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus wird darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll

 23.04.2026

China

Viraler Judenhass in China

Im Zuge des Iran-Kriegs nimmt der Antisemitismus im Diskurs der asiatischen Großmacht dramatisch zu. Eine Analyse

von Sven Benentreu  23.04.2026

Magdeburg

Landtag setzt mit Staatsvertrag Zeichen gegen Antisemitismus

Am 12. Dezember 2025 hatten das Land und die jüdischen Gemeinden Sachsen-Anhalt den geänderten Staatsvertrag unterzeichnet. Am Mittwochabend hat der Landtag den Vertrag beschlossen

 23.04.2026

Houston

Jüdisches Gemeindezentrum nach Drohungen geschlossen

Betroffen ist auch die Shlenker School, eine zur Gemeinde gehörende Gesamtschule. Das FBI und die Polizei ermitteln

 23.04.2026