Berlin

Große Welle der Solidarität

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: Bundesregierung/ Steffen Kugler

Berlin

Große Welle der Solidarität

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratuliert der jüdischen Gemeinschaft zu Rosch Haschana

von Frank-Walter Steinmeier  22.09.2022 09:51 Uhr

Zum Neujahrsfest Rosch Haschana sende ich der jüdischen Gemeinschaft in unserem Land meine besten Wünsche für das beginnende Jahr 5783! Rosch Haschana heißt wörtlich übersetzt »Kopf des Jahres«, und in den kommenden zehn Tagen, den ehrfurchtsvollen Tagen bis Jom Kippur, spielt der Kopf eine wichtige Rolle: Denn diese Tage sollen Zeit geben, um gedanklich in sich zu gehen, sich zu besinnen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich, wo nötig, nach Streitigkeiten zu versöhnen.

Zurückblicken können wir, können Sie auf eine große Welle der Solidarität: der Solidarität mit Menschen, die vor Russlands grausamem Angriffskrieg aus der Ukraine flüchten müssen. Es schmerzt, dass unter diesen Flüchtenden viele Menschen jüdischen Glaubens sind und auch ukrainische Jüdinnen und Juden, die schon von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Noch im Oktober vergangenen Jahres, vor Russlands Angriffskrieg, hatte ich in Babyn Jar gemeinsam mit dem israelischen Staatspräsidenten Herzog und unseren ukrainischen Gastgebern der Opfer des Menschheitsverbrechens von Nazideutschland gedacht.

mitmenschlichkeit Dass sich heute viele jüdische Gemeinden hier in Deutschland für die Flüchtenden engagieren, mit Willkommenszentren, Deutschkursen, Kinderbetreuung, aber auch gemeinsamen Feiern, dafür danke ich Ihnen von Herzen! Diese große Mitmenschlichkeit durfte ich in einem jüdischen Bildungszentrum in Berlin erleben, wo geflohene Kinder der jüdischen Gemeinde Odessa Zuflucht finden konnten. Das Engagement an vielen Orten in unserem Land zeigt, wie lebendig und vielfältig das jüdische Leben in Deutschland ist, und das erfüllt mich mit großer Freude.

Es schmerzt, dass unter den Flüchtenden viele Menschen jüdischen Glaubens sind und auch ukrainische Jüdinnen und Juden, die schon von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Diese Freude geht aber mit dem Auftrag einher, judenfeindlichen Taten und Äußerungen die Stirn zu bieten und gegen sie zu kämpfen – das lehrt uns die Geschichte. Ich durfte im Juli eine Laudatio auf Margot Friedländer halten, als sie für ihren unermüdlichen Einsatz für Erinnerung, Verständigung und Toleranz mit dem Walther-Rathenau-Preis ausgezeichnet wurde.

Kurz zuvor hatte ich Walther Rathenaus an seinem 100. Todestag gedacht, dem deutschen Außenminister der Weimarer Republik, ermordet von antisemitischen Extremisten. Judenfeindlichkeit darf keinen Platz haben in unserem Land. Wir müssen uns mit aller Kraft widersetzen, wenn gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger gehetzt und antisemitisches Gedankengut verbreitet wird. Das gilt überall, in allen Bereichen unseres gemeinsamen Lebens.

Wenn am Höhepunkt des Neujahrsfestes das Schofarhorn geblasen wird, durchdringt das den ganzen Körper. Es soll die Gläubigen an ihre moralischen Pflichten in den ehrfurchtsvollen Tagen erinnern. Ich wünsche mir, dass dieser durchdringende Ton uns alle zu Rosch Haschana dazu ermuntert, uns für ein friedliches und neugieriges Miteinander in Vielfalt einzusetzen. Ich wünsche Ihnen und uns allen: Schana towa!

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026