Schleswig-Holstein

Greenpeace rechtfertigt Protest vor israelischer Korvette

Die israelische Korvette »INS Nitzachon« wurde in Deutschland gebaut und soll Gasfelder im Mittelmeer absichern. Foto: picture alliance/dpa

In der Kieler Förde haben vergangene Woche ein Dutzend Greenpeace-Aktivisten eine Aktion gegen die Lieferung einer Korvette an die israelische Marine protestiert. Die »INS Nitzachon« wurde in Deutschland gebaut und soll dem Schutz israelischer Gasfelder im Mittelmeer dienen.

BANNER Eigenen Angaben zufolge wollte die Umweltorganisation mit ihrer Aktion ein Zeichen für den Schutz des Klimas und gegen die Förderung von fossilem Erdgas setzen. Fünf Rettungsinseln, vier Kajaks und vier Schwimmer zogen einer Greenpeace-Mitteilung zufolge am Donnerstag vor dem Schiff eine Linie.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf einem Banner war auf Englisch zu lesen: »Defend the climate, not fossil fuels« (»Schützt das Klima, nicht fossile Energien«). Greenpeace-Mitglieder zeigten zudem kleinere Banner mit diesem Spruch auf Hebräisch und Deutsch.

Das Kriegsschiff war von Thyssen Krupp gebaut. Ende Juli wurde es zusammen mit einer weiteren Korvette, der »INS Atzmaut«, an die israelischen Streitkräfte übergeben. Gut ein Viertel der Baukosten von insgesamt 430 Millionen Euro wurden von Deutschland übernommen.

Der israelische Greenpeace-Chef Jonathan Aikhenbaum bezeichnete es angesichts der Klimakrise als »unverantwortlich«, dass noch Geld in fossile Energiequellen investiert werde. Greenpeace Deutschland forderte die Bundesregierung auf, Rüstungsexporte zum Schutz von fossilen Energiequellen ganz zu beenden.

NACHFRAGE Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck fragte via Twitter dagegen kritisch, ob die Umweltorganisation derartige Protestaktionen nur bei israelischen Korvetten durchführe. Auf eine ähnlich lautende Anfrage der Jüdischen Allgemeinen hin gab eine Pressesprecherin von Greenpeace Deutschland am Dienstag keine konkreten Beispiele. Sie wies aber darauf hin, dass Greenpeace als internationaler Verband »immer wieder Proteste gegen die Ausbeutung fossiler Energien« organisiere.

Im vorliegenden Fall habe die Bundesregierung die Korvette für Israel mit 115 Millionen Euro an Steuergeldern bezuschusst. »Hier sehen wir eine konkrete Fehlinvestition von Militärausgaben in den Schutz fossiler Brennstoffe. Das Geld sollte stattdessen in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden«, so die Sprecherin. Rüstungsexporte zur Sicherung fossiler Brennstoffe stünden der Entwicklung einer dezentralen grünen Energiewende entgegen und müssten deshalb gestoppt werden.

Ob Israel zu den Ländern gehöre, in denen keine Rüstungsgüter mehr geliefert werden sollten, ließ die Sprecherin offen, sagte aber, Greenpeace habe konkrete Kriterien erarbeitet, an die sich alle Länder halten sollten, und zudem im Frühjahr den Entwurf für ein neues Rüstungsexportkontrollgesetz vorgelegt. Greenpeace versuche, »friedenspolitische Arbeit und Umweltschutz gemeinsam zu denken. Frieden kann es nicht ohne Umweltschutz geben und eine gesunde, grüne Umwelt gibt es nur in einer friedlichen Umgebung«, so die Sprecherin gegenüber dieser Zeitung.

Terror

Berlin am Tag zwei nach dem CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag: Kanzler Merz kündigt Konsequenzen an, Herkunft des Todesopfers bekannt, verletzten Opfern geht es besser

 27.07.2026

Berlin

Neuköllns Integrationsbeauftragte: Härter gegen Islamismus vorgehen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des CSD in Berlin erklärt Güner Yasemin Balci, dass es in ihrem Bezirk sowohl mit Homophobie als auch mit Islamismus ein massives Problem gebe

 27.07.2026

New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

Die Betroffenen werfen dem Politiker vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert zu haben

 27.07.2026

Teheran

Chamenei bekräftigt Unterstützung für Hisbollah

Es gebe »keinen anderen Weg als Dschihad und Widerstand« gegen Israel, sagt der Oberste Führer

 27.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026