Antisemitismus

»Gigantische Zustimmung«

Samuel Salzborn Foto: TU Berlin/Alexander Rentsch

Gegen zunehmenden Antisemitismus schlägt der Berliner Antisemitismusforscher Samuel Salzborn eine Überarbeitung der Lehrpläne und Schulbücher vor. Ein wirkliches Tabu, sich antisemitisch zu äußern, habe es in der Bundesrepublik auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben, sagte der Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin am Dienstagabend in Saarbrücken.

Leider sei inzwischen bis hin zu prominenten Persönlichkeiten eine »gigantische Zustimmung zum Antisemitismus« festzustellen. Um dies zu ändern, müssten Fort- und Weiterbildung der Lehrer zu dieser Frage überarbeitet und Schulbücher geändert werden, sagte Salzborn.

anstieg Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes und Beauftragte für jüdisches Leben an der Saar, Roland Rixecker, sagte, Polizei und Staatsanwaltschaften in Deutschland verzeichneten seit vergangenem Jahr einen Anstieg der erfassten antisemitischen Straftaten in Deutschland. Doch das zahlenmäßig weit größere Problem seien die niederschwelligen Verletzungen jüdischer Mitbürger, die von den Ermittlungsbehörden oft nur als allgemeine Beleidigung oder Sachbeschädigung registriert würden.

»Aus einer Studie der Europäischen Grundrechteagentur wissen wir, dass mindestens drei Viertel der jüdischen Mitbürger antisemitische Verletzungen nicht anzeigen, weil sie mangelndes Vertrauen in staatliche Instanzen haben«, sagte Rixecker. Den einstigen historischen Antijudaismus der christlichen Kirchen als Quelle des Antisemitismus sah er dagegen klar auf dem Rückzug.  epd

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026