Geschichte

»Gespür für den Moment«

Bundesaußenminister Heiko Maas Foto: imago/photothek

Außenminister Heiko Maas hat den Kniefall von Willy Brandt in Warschau vor 50 Jahren als herausragendes Ereignis der Nachkriegsgeschichte gewürdigt. »Wie kaum ein anderes Ereignis hat Willy Brandts Kniefall zur Selbstfindung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Aussöhnung in Europa beigetragen«, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Zukunft »Heute gilt es, gemeinsam mit Polen die Zukunft unseres vereinten Europas zu gestalten, um unseren Kontinent insgesamt stärker zu machen. Wir Deutschen werden dabei niemals vergessen, welche Überwindung es für Polen und die Nachfahren der Millionen Opfer bis heute bedeuten muss, Willy Brandts stille und demütige Bitte um Vergebung anzunehmen.«

Am 7. Dezember 1970 hatte Brandt unmittelbar vor der Unterzeichnung des Vertrags, in dem die Bundesrepublik die polnische Westgrenze anerkannte, am Denkmal der Helden des jüdischen Ghettos in Warschau einen Kranz niedergelegt. Nach dem Zurechtrücken der Kranzschleifen fiel der SPD-Politiker auf die Knie. Die Geste fand weltweit Beachtung als Bitte um Vergebung für die Verbrechen der Nazizeit und als Zeichen für Versöhnung.

Bedeutung Maas sagte, Geschichte erschließe sich oft erst in der Rückschau. »Bei Willy Brandts Kniefall war es anders. Man verstand sofort die Bedeutung dieser Geste und alle wussten: hier wird gerade eine neue Seite aufgeschlagen.« Es sei auch dieses Gespür für den Moment, das Willy Brandt zu einem besonderen Politiker gemacht habe. dpa

Washington D.C.

Trump ruft iranische Sicherheitskräfte zur Abkehr vom Regime auf

»Jetzt ist die Zeit gekommen, für das iranische Volk einzustehen und dabei zu helfen, euer Land zurückzuholen«, so der amerikanische Präsident

 06.03.2026

Krieg

Israelische Airlines starten Rückholflüge

Nach und nach sollen auch Flugpassagiere aus Israel starten dürfen. Die Lufthansa will derweil noch wochenlang abwarten

 06.03.2026

Kiew

Selenskyj: Haben wegen Irans Drohnen Hilfsanfrage der USA bekommen

Im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg erhielt die Ukraine Unterstützung von den USA. Im Krieg der USA mit dem Iran ist es nun umgekehrt

 06.03.2026

Nahost

Israel intensiviert Angriffe im Iran, mehr Attacken aus dem Libanon

Die Lage am Morgen im Überblick

 06.03.2026

Meinung

Knaulkorb für den Zentralrat

In einem »taz«-Kommentar von Susanne Knaul wird der Zentralrat der Juden und sein Präsident Josef Schuster aufgefordert, beim Thema Iran »einfach mal die Klappe« zu halten

von Michael Thaidigsmann  06.03.2026 Aktualisiert

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026