Kuwait Airways

Gesetz gegen Diskriminierung von Israelis gefordert

In der Kritik: die Fluglinie Kuwait Airways Foto: dpa

Die Fluggesellschaft Kuwait Airways soll nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes künftig auch israelische Staatsbürger von deutschen Flughäfen aus transportieren. Wenn ein Unternehmen in Deutschland israelische Staatsbürger ausschließe, »dann darf das nicht länger folgenlos bleiben«, sagte Behördenchef Bernhard Franke der »Bild«-Zeitung (Freitag). Es brauche eine Gesetzesänderung, die Diskriminierung aufgrund von Staatsangehörigkeit verbiete.

Hintergrund ist der Rechtsstreit zwischen Kuwait Airways und einem in Deutschland lebenden israelischen Staatsbürger. Kuwait Airways hatte dessen über das Internet gebuchte Ticket für einen Flug von Frankfurt über Kuwait nach Bangkok storniert, nachdem die Fluggesellschaft erfahren hatte, dass der Kunde Israeli ist. Die Fluglinie verwies auf kuwaitische Gesetze, die einen Vertragsabschluss mit israelischen Staatsbürgern verbieten. Die folgende Klage des Mannes wurde in zwei Instanzen zurückgewiesen, zuletzt vom Oberlandesgericht Frankfurt.

widerspruch Die Richter bezeichneten das kuwaitische Boykottgesetz in ihrer Entscheidung vor gut einem Jahr als inakzeptabel, weil es Israelis diskriminiere. Die Regeln stünden in »eklatantem Widerspruch« zu deutschen und europäischen Wertentscheidungen und Gesetzen.

Dennoch führe das Gesetz in der Praxis dazu, dass die Fluglinie ihren israelischen Kunden nicht befördern könne, da die kuwaitischen Behörden dem Mann nicht erlauben würden, in Kuwait-Stadt die Transitzone des Flughafens zu betreten. Auf eine Änderung des Gesetzes aus dem Jahr 1964 zu drängen, so das OLG, sei keine Aufgabe der Gerichte, sondern der Außenpolitik.

Der Zentralrat der Juden hatte seinerzeit ein Landeverbot für Kuwait Airways auf deutschen Flughäfen gefordert.

Zuletzt hatte auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, auf eine Gesetzeslücke hingewiesen. Es sei »nicht hinnehmbar, dass ein antisemitisch motiviertes Gesetz Kuwaits, wonach deren Airline keine israelischen Fluggäste aufnimmt, auch in Deutschland umgesetzt wird«, erklärte er im August.

zentralrat Der Zentralrat der Juden hatte seinerzeit ein Landeverbot für Kuwait Airways auf deutschen Flughäfen gefordert. »Solange Kuwait Airways systematisch gegen Israelis vorgeht, fordern wir ein generelles Landeverbot für Kuwait Airways in Deutschland. Deutschland darf gegenüber diesem staatlichen Antisemitismus keine Toleranz üben«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Mit der von der Bundesregierung angenommenen Internationalen Antisemitismus-Definition sei das Verhalten von Kuwait Airways nicht vereinbar, erklärte Schuster weiter. Entsprechende Fälle seien von Gerichten in den USA und der Schweiz zugunsten der Kläger entschieden worden.  kna/ja

Washington D.C.

USA und Palästinensische Autonomiebehörde verhandeln über Annäherung

Die Trump-Regierung arbeitet daran, Milliardenbeträge an palästinensischen Steuereinnahmen, die von Israel zurückgehalten werden, dem »Board of Peace« zugänglich zu machen

 17.06.2026

Washington D.C.

FBI vereitelte Anschlagsplan auf Käfigkampf am Weißen Haus

Die Täter wollten unter anderem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ermorden. Dabei hatte Netanjahu gar nicht an der Jubiläumsfeier teilgenommen

 17.06.2026

Berlin

Antisemitismus: Bundesverband Rias erfasst 8725 Vorfälle

Jüdinnen und Juden in Deutschland erleben seit Beginn des Gaza-Kriegs 2023 viel mehr Hass und Anfeindungen als zuvor. Das präge den Alltag, stellt das Netzwerk der Informations- und Meldestellen fest

 17.06.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Huckabee widerspricht Trump: »Ohne Israel kein Amerika«

Zwischen dem amerikanischen Präsidenten und seinem eigenen Botschafter ist ein bemerkenswerter Widerspruch sichtbar geworden

 17.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Toronto

Polizei: Organisiertes Netzwerk für Angriffe auf Synagogen verantwortlich

Offenbar werden junge Menschen über verschlüsselte Kommunikationsdienste für Gewalttaten angeworben. Jüdische Organisationen fordern Ermittlungen gegen die Auftraggeber

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026