Paris/Würzburg

Geraubte Torabänder kommen zurück nach Deutschland

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Vier geraubte und jahrzehntelang als verschollen geglaubte Torabänder kommen zurück nach Deutschland.

Die rituellen Güter wurden bei einer Rückgabezeremonie in Paris an Josef Schuster übergeben, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und sollen ans Shalom Europa Museum Würzburg gehen.

Schuster sprach von einem »Moment stiller Gerechtigkeit«. Die Rückkehr sei mehr als die Heimkehr historischer Objekte, sie stehe auch für die Kontinuität jüdischen Lebens.

Torabänder oder auch Torawimpel genannt sind meist verzierte Stoffbänder, welche um die Torarolle gewickelt werden. Die Stücke werden, wie Schuster erklärt, aus Windeln hergestellt, die ein Junge bei oder vor der Beschneidung trägt.

Lesen Sie auch

Die in Paris identifizierten Bänder stammen aus Synagogen in Würzburg und Kitzingen. Familien von vier zwischen 1915 und 1928 geborenen Kindern hatten sie ihnen vermacht.

»Was dann mit ihnen geschah - Stichwort Reichspogromnacht, Nazizeit - ist nicht klar«, erklärt Schuster. Nach dem Holocaust hätten sie als verloren gegolten.

Gemeinsam mit weiteren geraubten und von den Alliierten gefundenen Kulturgütern landeten sie schließlich im Pariser Museum für Kunst und Geschichte des Judentums und wurden dort kürzlich identifiziert. dpa

Davos

Israels Präsident sieht iranische Führung als sehr fragil

Israels Präsident Herzog nimmt die iranische Führung nach den Massenprotesten als geschwächt wahr. Warum er trotzdem vor zu viel Optimismus warnt und internationale Unterstützung fordert

von Sara Lemel  22.01.2026

Davos

Trump gründet »Friedensrat«

US-Präsident Trump und weitere Staatenlenker unterzeichneten das Gründungsdokument des umstrittenen neuen Gremiums. Israel nahm an der Zeremonie nicht teil, will aber Mitglied des Rates werden

 22.01.2026

Diplomatie

Papst ernennt neuen Botschafter für Israel

Erst seit 1994 haben der Vatikan und Israel volle diplomatische Beziehungen. Der Botschafter des Papstes dort ist zugleich auch Delegat für Palästina. Nun hat der Papst einen Wechsel vorgenommen

 22.01.2026

Ulm/Stuttgart

Anklage nach Angriff auf israelischen Rüstungskonzern

Bekennervideos, zerstörte Labore und Proteste gegen ein Unternehmen aus Israel: Was den fünf Angeklagten vorgeworfen wird

 22.01.2026

NRW

Einladung von Terrorunterstützerin: Jüdische Gemeinde fordert Konsequenzen

In einer Presseerklärung wird eine Abberufung der Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf, Donatella Fioretti, gefordert

von Imanuel Marcus  22.01.2026

Washington D.C.

USA wollen israelfeindlichen Aktivisten nach Algerien abschieben

Der frühere Student Mahmoud Khalil wird von den Behörden als Hamas-Unterstützer eingestuft. Seine Abschiebung sei auch eine Mahnung an Nicht-Staatsbürger im Land

 22.01.2026

Berlin

Linkes Bündnis will akademischen Boykott Israels

Ein linkes Bündnis will einen Boykott israelischer Wissenschaftler organisieren. Am Wochenende soll nun eine umstrittene Konferenz dazu stattfinden

 22.01.2026

Award

»Auch wenn es dunkel ist« ist Hörspiel des Jahres 2025

Das Hörspiel »Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober« gibt Opfern des Überfalls der Hamas auf Israel 2023 eine Stimme. Das Dokumentarstück interpretiere nicht und klage nicht an, lobte die Jury

 22.01.2026

Medien

Sophie von der Tann für Grimme-Preis nominiert

Die umstrittene ARD-Journalistin Sophie von der Tann führt die Liste der Nominierungen für den Grimme-Preis an. In allen Kategorien dominieren die Öffentlich-Rechtlichen. Zugleich gibt es Kritik an zahlreichen Leerstellen

von Jana Ballweber  22.01.2026