Krakau

»Geht zurück nach Israel«: Ultraorthodoxe Israelis am Flughafen angefeindet

Foto: picture alliance / NurPhoto

Am Flughafen von Krakau ist es zu einem antisemitischen Zwischenfall gekommen, bei dem eine Gruppe ultraorthodoxer Israelis verbal attackiert und bedrängt wurde. Die Betroffenen warteten auf ihren Rückflug nach Israel, als sie ein Mann mit einem offenbar offiziellen Flughafenausweis ansprach und beschimpfte. Videoaufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich anschließend rasch im Netz. »i24 News« und andere israelische Medien berichteten.

Nach übereinstimmenden Berichten ereignete sich der Zwischenfall, nachdem die Gruppe ein Gebet gesprochen hatte. Der Mann stellte sich den Reisenden aggressiv in den Weg und rief ihnen unter anderem zu: »Warum seid ihr in Polen? Geht zurück nach Israel.« Dabei erklärte er wiederholt, Polen sei »nicht Israel«, und fragte, warum sich Juden überhaupt dort aufhielten.

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Mann auf einen der jungen Männer zugeht, der eine Tasche mit hebräischer Aufschrift bei sich trug, und sich bedrohlich verhält. Andere Mitglieder der Gruppe versuchten, die Situation zu beruhigen, und forderten ihn auf, keinen Streit zu beginnen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Einer der Betroffenen schilderte später, man habe abseits gestanden und niemanden gestört. »Wir haben gebetet und waren gerade dabei aufzuhören«, sagte er. Plötzlich sei der Mann aufgetaucht und habe geschrien: »Hört auf zu beten.« Der Versuch, ihm zu erklären, dass das Gebet gleich beendet sei, habe ihn nur noch weiter aufgebracht. »Er fing an zu toben und zu schreien. Niemand wollte vor dem Flug Probleme bekommen.«

Zu den Angegriffenen gehörte auch Rabbi Simcha Krakowski, Leiter der Wohltätigkeitsorganisation Beit Hatavshil in Bnei Brak. Ein weiterer Reisender berichtete, der Mann habe geschrien: »Das ist Polen, nicht Israel. Was macht ihr hier?« Zudem habe er versucht, die Gruppe körperlich zu bedrängen und einen der Männer zu stoßen.

Lesen Sie auch

Erst das Eingreifen der Polizei beendete den Vorfall. Die Beamten führten den Mann ab und nahmen seine Personalien auf. Die israelischen Reisenden bestiegen anschließend ihren Flug zurück nach Israel. Ob es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Flughafenmitarbeiter handelte und welche Konsequenzen der Vorfall hat, ist bislang unklar.

Der Zwischenfall reiht sich in eine wachsende Zahl antisemitischer Vorfälle in Europa ein und hat erneut Sorgen um die Sicherheit jüdischer Reisender ausgelöst. Offizielle Stellungnahmen der Flughafenbetreiber oder der polnischen Behörden lagen zunächst nicht vor. im

Washington D.C.

USA kündigen mehrtägige Militärübungen im Nahen Osten an

US-Präsident Donald Trump spricht von einer »schönen Armada«, die sich in der Nähe Irans befinde

 28.01.2026

New York

UNO-Vollversammlung: Holocaust-Überlebende hält erste Rede auf Hebräisch

»Der Holocaust begann nicht mit den Gaskammern. Er begann mit Worten, Hetze, Propaganda, Witzen, Anschuldigungen und Gleichgültigkeit«, sagt Sara Weinstein

 28.01.2026

New York

»Fucking Jew«: Rabbiner beleidigt und angegriffen

Der Angreifer soll das Opfer antisemitisch beleidigt und ihm ins Gesicht geschlagen haben

 28.01.2026

Berlin

Antisemitische Parolen bei Auschwitz-Gedenken

Einer 59-jährigen Frau wird vorgeworfen, im Umfeld einer Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus volksverhetzende Äußerungen getätigt zu haben

 28.01.2026

Berlin

Feuer in Jüdischem Krankenhaus - Hinweise auf politische Tat

Eine brennende Matratze, dichter Rauch und mehrere Verletzte - Feueralarm in der Nacht. Ein Patient wird festgenommen

 28.01.2026

Brüssel

Schoa-Überlebende im EU-Parlament: Alle Kinder sollen leben dürfen

Das Europaparlament gedenkt der Befreiung von Auschwitz und hört einer Zeitzeugin zu. Präsidentin Metsola will »Nie wieder« als Kompass für heutige Entscheidungen

von Nicola Trenz  27.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 27.01.2026

Gedenken

Union Berlin und Hertha BSC gedenken gemeinsam der Holocaust-Opfer

Am internationalen Holocaust-Gedenktag erinnerten die beiden Stadtrivalen Hertha BSC und Union Berlin gemeinsam an die Deportationen, die in der NS-Zeit vom S-Bahnhof Grunewald ausgingen Beide Vereine mahnten zum Vertrauen in die Demokratie

 27.01.2026

Treffen

Gruppenbild mit Rechtsextremen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfängt in Israel den FPÖ-Politiker Harald Vilimsky. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien reagiert entsetzt

von Ralf Balke  27.01.2026