Corona-Schutzschirm

Freie Wohlfahrtspflege atmet auf

Aron Schuster, Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) Foto: Uwe Steinert

Corona-Schutzschirm

Freie Wohlfahrtspflege atmet auf

Sozialverbände begrüßen Sicherstellung ihrer Arbeit durch die Bundesregierung

 24.03.2020 08:52 Uhr

Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege haben den Einbezug ihrer Einrichtungen unter den finanziellen Corona-Schutzschirm der Bundesregierung begrüßt.

»Das sichert die Existenz unserer Angebote und Einrichtungen, aber vor allem nützt es den Millionen Menschen, denen wir täglich Hilfe leisten«, sagte die Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), Gerda Hasselfeldt, am Montag in Berlin.

Die rund zwei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der freien Wohlfahrtspflege seien das Rückgrat des Sozialstaats, erklärte Hasselfeldt weiter. Im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiteten sie unmittelbar im Kampf gegen das Coronavirus. In anderen Feldern wie der Arbeit mit wohnungslosen Menschen stünden sie vor großen Herausforderungen, um weiter für Betroffene erreichbar zu sein.

In der AG sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie und die ZWST zusammengeschlossen.

Die Verbände der BAGFW brächten alle Kapazitäten ein, um mit aller Kraft bei der Bewältigung der Krise zu helfen, hieß es. In der Arbeitsgemeinschaft sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWST) zusammengeschlossen.

Auch der Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), Aron Schuster, begrüßte die Entscheidung. »Der von der Bundesregierung geplante Schutzschirm sichert die Arbeitsfähigkeit der Wohlfahrt.« Vulnerable Zielgruppen bräuchten gerade in Krisenzeiten verlässliche Anlaufstellen der Wohlfahrt, so Schuster. »Die ZWST ist erleichtert, dass soziale Dienste und Einrichtungen nun vor der Auflösung gerettet werden sollen.«

Brücke Durch den Schutzschirm, der noch in dieser Woche durch Bundestag und Bundesrat gehen soll, ist aus Sicht der Verbände »eine Brücke gebaut und vieles positiv geregelt, um soziale Einrichtungen vor der Auflösung zu retten«. Einen Bedarf zur Nachbesserung sehen die Verbände unter anderem noch im Bereich von Einrichtungen für Mutter-Kind-Kuren.

Die Bundesregierung habe offenbar den Ernst der Lage erkannt, sagte Caritas-Chef Peter Neher. Der Rettungsschirm gewähre Einrichtungen und Diensten des katholischen Wohlfahrtsverbands »das Mindestmaß finanzieller Sicherheit, das sie brauchen, um den Menschen in der Krise verlässlich zu helfen«.

Der Schutzschirm soll noch diese Woche durch Bundestag und Bundesrat gehen.

Es sei äußerst wichtig, dass die Politik alles daran setze, nicht nur die Älteren, sondern auch die Armen in der Krise direkt zu entlasten. »Der soziale Frieden darf in der Krise nicht zusätzlich aufs Spiel gesetzt werden«, mahnte Neher.

Zusammenhalt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagte, sein Verband stehe bereit, »den sozialen Zusammenhalt und die medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und zu helfen«.

Dies sei der öffentliche Beitrag des evangelischen Wohlfahrtsverbands zum Gemeinwohl und zur Sicherung der gesundheitlichen Vorsorge der Menschen. Dafür sei die Zusage des Bundes hilfreich, die freie Wohlfahrtspflege mit einer Garantie von 75 Prozent der entstehenden Kosten unter den Rettungsschirm zu nehmen.

Die Regelung gilt zunächst bis zum 30. September, kann aber bis Ende des Jahres verlängert werden.

Das Bundeskabinett hatte sich unter anderem auf einen sogenannten Sicherstellungsauftrag der öffentlichen Hand für die sozialen Dienste und Einrichtungen geeinigt, die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern und anderen Gesetzen erbringen.

Voraussetzung hierfür sei, dass die Dienstleister und Einrichtungen auch zur Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie beitragen, hieß es. Dazu sollten sie »in geeignetem und zumutbarem Umfang Arbeitskräfte, Räumlichkeiten und Sachmittel zur Verfügung stellen«. Die Regelung gilt zunächst bis zum 30. September, kann aber bis Ende des Jahres verlängert werden.  kna

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026

Neuer Vorstand

Cerstin Richter-Kotowski übernimmt Vorsitz der DIG Berlin und Brandenburg

Die 64-jährige Juristin und Staatssekretärin löst Jochen Feilcke ab. Sie wurde mit großer Mehrheit in das Amt gewählt

 25.06.2026