Einspruch

Flagge zeigen!

Achim Doerfer Foto: Mirko Phla

In Göttingen muss jetzt ein Anwalt dagegen klagen, dass er nach einer pro-israelischen Demo nicht mit Israelflagge noch durch die Stadt gehen durfte. Die Polizei hatte sich mit einem Dutzend Leuten auf der ganzen Breite der Straße positioniert und dies untersagt.

Bei der Verteidigung von Freiheitsrechten bin ich im übertragenen Sinne gerne dabei. Diesmal sogar im wörtlichen. Da Humor bekanntlich eine gute jüdische Bewältigungsstrategie ist, meinte ich zum dritten Mitstreiter (wir standen ein paar Schritte zurück, und er trug eine zweite Israelfahne): »Keine Sorge, ich habe ein Feuerzeug. Wenn welche kommen, uns zu verprügeln, tun wir so, als wollten wir die Fahne anzünden. Dann laden sie uns zum Essen ein.«

verwaltungsgericht Lustig ist das Ganze aber eigentlich nicht. Ich will nicht mit juristischen Details langweilen, nur so viel: Das Verwaltungsgericht wird dem Kollegen recht geben. Höchstwahrscheinlich. Hoffentlich. Aber was dachte sich die Polizei dabei? Wahrscheinlich nicht einmal Böses. Wahrscheinlich überhaupt nichts außer »uiuiui«.

Was passiert, wenn sich Israel für eine Basketball-WM in Deutschland qualifiziert? Fühlt sich die Polizei dann bemüßigt, ein Katar- oder Malaysia-light durchzusetzen?

So weit sind wir also schon. Kein Käsestand auf dem Wochenmarkt ohne italienische Flagge, kein Weinstand ohne französische. Fahnenmeere mit palästinensischen Flaggen bei Demos hier und dort, die bestimmt und zu Recht nicht auf dem Heimweg verschämt eingerollt werden müssen. Genauso wenig wie die Deutschlandfahnen beim Fußball. Nein, die werden noch über die Seitenspiegel von Autos gezogen.

polizei Was passiert, wenn sich Israel für eine Basketball-WM in Deutschland qualifiziert? Fühlt sich die Polizei dann bemüßigt, ein Katar- oder Malaysia-light durchzusetzen? Denn für die Flagge des Staates Israel gilt »uiuiui«? So als würde es sich um ein Runenbanner handeln, das vielleicht verfassungsfeindlich sein könnte.

Ich erwarte, dass man diese Flagge so zeigen darf wie jedes andere Landessymbol. Weil man zu Israel steht. Ist das zu viel verlangt?

Der Autor ist Rechtsanwalt und im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Göttingen.

Nahost

Libanon weist iranischen Botschafter aus

Die Lage zwischen der Hisbollah und Israel spitzt sich immer weiter zu. Die Regierung in Beirut trifft nun weitere Maßnahmen, um den iranischen Einfluss einzudämmen

 24.03.2026

Washington D.C.

Bericht: Washington übermittelt Teheran Botschaft

US-Präsident Donald Trump sieht Chancen auf eine Einigung mit dem Mullah-Regime

 24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

England

Brandanschlag in London verstärkt Angst in jüdischer Gemeinschaft

»Die Menschen sind vorsichtig, welchen Namen sie angeben, wenn sie ein Uber-Fahrzeug bestellen«, sagt Mark Gardner, Leiter der Organisation Community Security Trust

 24.03.2026

Berlin

Manfred Weber: Hinter AfD-Fassade bestimmen Neo-Nazis den Ton

Der EVP-Chef kritisiert die rechtsextreme Partei, nachdem bekannt wurde, dass seine Fraktion im EU-Parlament enger mit ihr kooperiert hat

 24.03.2026

Antisemitismus

Diskriminierung von Israelis: Schuster fordert Gesetzesänderung

Antisemitische Taten werden immer noch nicht konsequent genug geahndet, beklagt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er macht konkrete Vorschläge, um das zu ändern

 24.03.2026

Nach Telefonat mit Donald Trump

Israel kündigt nach Telefonat mit Trump Fortsetzung der Angriffe im Iran an

»Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm und treffen die Hisbollah weiterhin hart«, sagt der Ministerpräsident Israels

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Krieg

Merz begrüßt vorläufigen Verzicht auf US-Kraftwerksangriffe im Iran

US-Präsident Donald Trump nimmt scharfe Drohungen gegen den Iran vorerst vom Tisch. Die Bundesregierung begrüßt das und bietet Mithilfe bei anderen Bemühungen an

 23.03.2026