Meinung

Flagge zeigen

Flaggen sind politische Symbole. Dieser Gedanke war es, der Ordner und Polizei bei einem Fußballzweitligaspiel des FC Union Berlin gegen den FC Ingolstadt dazu brachte, die blau-weiße Fahne mit dem Davidstern abzuhängen. Politik, heißt es immer, habe ja im Fußballstadion nichts verloren. Dass dort auch rote Flaggen mit Halbmond und Stern geschwenkt werden, stört niemanden. Mit der türkischen Flagge sollen türkische Spieler ebenso unterstützt werden wie mit der israelischen ein israelischer Profi. Dagegen ist nichts zu sagen, und auch Schwarz-Rot-Gold ist bekanntlich ein politisches Symbol.

entschuldigung Bedeutsam ist, was diese Flaggen symbolisieren. Die israelische steht zunächst einmal dafür, dass es einen jüdischen Staat gibt, und dass derjenige, der die Fahne zeigt, Sympathie für das Land – zumindest für einen seiner Fußballer – empfindet. Solche eher selbstverständlichen Gefühle sind auch der hiesigen Politik bewusst. Nachdem ein Polizist bei Union Berlin die Israelfahne abhängen ließ, reagierten Polizeipräsident, Innensenator und Vereinsführung sympathisch schnell und entschuldigten sich.

Bleibt die Frage, warum ausgerechnet die israelische Flagge hierzulande so viele Aggressionen auslöst. Die Flagge mit dem Davidstern bewirkt offensichtlich etwas, das keine grüne Hamasfahne und keine gelbe Hisbollahflagge jemals ausgelöst hat. Wenn eine propalästinensische Demonstration durch deutsche Straßen zieht, kann es schon einmal vorkommen, dass eine in einem Fenster hängende Israelflagge von der Polizei abgenommen wird. Man wolle ja niemanden provozieren, lautet dann die Begründung. Gerne wird mit einem nicht ganz rassismusfreien Unterton nachgeschoben, dass protestierende Araber ja besonders empfindlich seien.

antworten Dieser Flaggenstreit, der den Fußball erreicht hat, zeigt: Antiisraelische Aversionen haben nicht nur mit arabischer Bevölkerung zu tun, sondern im konkreten Fall waren es deutsche Polizisten und Stadionordner, die die Flagge nicht wollten. Zum anderen bewirkt eine defensive, die Fahne nicht zeigende Reaktion nur das Gegenteil.

Besser wäre die ehrliche Antwort: Israel – und auch ein israelischer Fußballspieler – verdient Unterstützung. Und wer immer noch meint, Staatsflaggen müssten weg, weil sie politisch sind, der sollte erst einmal die Toleranz gegenüber Reichskriegsflaggen beenden. Die gibt es in fast jedem deutschen Fußballstadion.

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026