Berlin

Felix Klein kritisiert Boykottaufruf für Pop-Kultur-Festival

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung Foto: imago/epd

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Unterstützung der israelfeindlichen BDS-Bewegung für einen Boykottaufruf zum »Pop-Kultur«-Festival in Berlin kritisiert. Es sei »besonders absurd«, gerade Künstler isolieren zu wollen, die häufig selbst Handlungen der israelischen Regierung kritisch gegenüberstehen, sagte Klein der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch. Am selben Tag soll das dreitägige Musikfestival starten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Unterstützer der 2005 von palästinensischen Organisationen ins Leben gerufenen BDS-Kampagne geben an, sie seien vom Kampf der Südafrikaner gegen die Apartheid inspiriert. Die Bewegung ruft international zu »Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen« gegen Israel auf: So sollen beispielsweise Waren boykottiert und Künstler dazu aufgerufen werden, Auftritte abzusagen. Der Bundestag hatte die BDS-Bewegung im Mai mit großer Mehrheit als antisemitisch verurteilt.

unterstützung Der aktuelle Aufruf zum Festival-Boykott komme nicht überraschend, »denn bereits im vergangenen Jahr wurde wegen der finanziellen Unterstützung des Pop-Festivals durch die israelische Botschaft in Berlin ebenfalls zum Boykott aufgerufen«, erklärte Klein.

Er zeigte sich dennoch gelassen, »was den Effekt des Boykottaufrufs angeht«. Denn im vergangenen Jahr habe dieser nach seiner Wahrnehmung nicht viel bewirkt, betonte der Antisemitismusbeauftragte. Für dieses Jahr erwarte er Ähnliches. »Im Gegenteil rechne ich eher mit Solidarisierungseffekten für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler und für die Organisatoren des Festivals.«  kna

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026