Einspruch

Felix Eretz Israel

Louis Lewitan erklärt, warum Israelis trotz aller Herausforderungen zu den glücklichsten Menschen zählen

von Louis Lewitan  20.09.2018 19:27 Uhr

Louis Lewitan Foto: Stefan Nimmesgern

Louis Lewitan erklärt, warum Israelis trotz aller Herausforderungen zu den glücklichsten Menschen zählen

von Louis Lewitan  20.09.2018 19:27 Uhr

Glück, sagt eine jüdische Weisheit, lässt sich nicht vererben, Glück muss man sich erarbeiten. Die Israelis tun das erfolgreich. Eine repräsentative Umfrage hat kürzlich ergeben, dass sich 89 Prozent der Bevölkerung glücklich fühlen.

Ebenso erfreulich ist der World Happiness Report 2018, aus dem laut dem Sozialforschungsinstitut Gallup hervorgeht, dass Israel auf Platz elf rangiert, noch vor Österreich und Deutschland. Was Israel betrifft, mag das Ergebnis zunächst überraschen, bei näherer Betrachtung ergibt es durchaus Sinn.

vertreibung Das jüdische Volk hat auf schmerzliche Weise erfahren müssen, wie dicht Leid und Glück beieinander liegen. Juden haben nach 2000 Jahren Ausgrenzung, Unterdrückung und Vertreibung ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Mit der Gründung des Staates Israel haben sie das von Generation zu Generation weitervermittelte und verinnerlichte Bild des Opfers endgültig abgeschüttelt.

In Eretz Israel ist eine selbstbewusste Nation entstanden, die an sich glaubt und trotz Extrembelastungen vertrauensvoll in die Zukunft blickt. Dies ganz im Sinne des Judentums, einer in der Geschichte verwurzelten lebensbejahenden Religion und Wertegemeinschaft.

Wenn die Juden eines aus ihrer Geschichte gelernt haben, dann, dass ein Leben in Freiheit kostbar ist und man hierfür kämpfen muss. Das erlittene Leid regt zur Reflexion und Erinnerung an, es führt die Vergänglichkeit vor Augen. Die Bürger wissen, wofür sie tagtäglich aufstehen, und sind stolz auf das Erreichte. Dankbarkeit ist im Judentum keine Zierde, sie ist eine religiöse, moralisch verpflichtende Grundhaltung.

empathie Eine weitere psychologisch relevante Dimension von Glück ist die Fähigkeit zur Empathie. Das Land ist vereint, sowohl im Schmerz über die vielen Toten infolge von Kriegen und Terroranschlägen als auch in der Freude über Nobelpreise und Musiker, die trotz antisemitischer Aufrufe zum Kulturboykott das Land bespielen.

Und die äußeren Anfeindungen schweißen die streitfreudige Nation zusammen. Das Land ist klein, die Solidarität groß, die Wirtschaft wächst, und der Humor blüht. In dem Land fließen heutzutage mehr Ideen als Milch und Honig. Der Unternehmergeist kann sich entfalten, kluge Köpfe können sich verwirklichen. Dort, wo Menschen sich verwirklichen können, ist das Glück zum Greifen nahe.

Doch Glück darf nicht in Hochmut und Selbstgefälligkeit umschlagen. Die Freude jedenfalls kann nicht ungetrübt sein, wenn des Nachbarn Haus brennt. Leider schmeckt das Glück der Israelis den Arabern bitter. Anstatt Israel zu bekämpfen, sollten die arabischen Nachbarn sich in Sachen Demokratie, Zusammenhalt und Innovationskraft ein Beispiel nehmen. Dann wären nicht nur die Israelis zu 100 Prozent glücklich, sondern die gesamte Welt.

Der Autor ist Psychologe und Stressberater in München.

Politik

»Polizei und Justiz müssten viel mehr tun«

Ronen Steinke über Rechtsterrorismus, fehlenden Elan der Behörden und Antisemitismus seit 1945

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  12.07.2020

München

Nach Angriff auf Rabbiner: Beauftragter gegen Antisemitismus kritisiert Zeugen

CSU-Politiker Ludwig Spaenle: »Das Wegschauen macht mich betroffen«

 12.07.2020

Meinung

Warum die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte

Unser Autor hat 1997 in Deutschland seinen Wehrdiensdienst geleistet. Bis heute ist es eine wichtige Erfahrung für ihn

 12.07.2020

Antisemitismus

Rabbiner in München verfolgt und beleidigt

Die Täter sprachen offenbar arabisch und machten abfällige Bemerkungen über Israel. Der Staatsschutz ermittelt

 11.07.2020

Antisemitismusbeauftragter

Felix Klein wehrt sich gegen judenfeindlichen Drohbrief

Das Schreiben gleicht dem Hetzbrief, den Unbekannte der liberalen Synagogengemeinde Halle geschickt hatten

 10.07.2020

Bundesverfassungsgericht

»Frecher Juden-Funktionär« ist strafbare Volksverhetzung

Der Bundesvorsitzende der rechtsextremen Partei »Die Rechte« muss wegen Volksverhetzung ins Gefängnis

 10.07.2020

Berlin

»Ein klares Zeichen gegen Antisemitismus«

Die CDU veranstaltet ihre Aktionswoche »Von Schabbat zu Schabbat« über jüdisches Leben in Deutschland

 10.07.2020

Verfassungsschutzbericht

»Beunruhigend und alarmierend. Wir müssen wachsam sein«

Der Zentralrat der Juden äußert sich besorgt über die Zunahme antisemitischer Straftaten

 09.07.2020

Bundeswehr

»Augen rechts«

Seit Langem gibt es Hinweise auf Extremismus in der Truppe. Die müssen endlich ernst genommen werden

von Reinhold Robbe  09.07.2020