Internet

Facebook-Initiative gegen Holocaust-Leugnung bald auch auf Deutsch

Foto: dpa

Facebook-Nutzer, die auf Deutsch nach Begriffen mit Bezug zum Holocaust suchen, bekommen künftig eine Website mit ausführlichen Informationen über den Völkermord an den Juden empfohlen. Das weltgrößte Online-Netzwerk und der Jüdische Weltkongress (WJC) gaben am Donnerstag bekannt, dass ihre Zusammenarbeit am Donnerstag auf weitere Sprachen ausgeweitet wird.

Die Website AboutHolocaust.org wurde gemeinsam vom WJC und der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) entwickelt. Die Seite wird bereits seit Ende Januar bei englischsprachigen Suchanfragen zum Holocaust oder dessen Leugnung vorgeschlagen. In den nächsten Wochen kommen zwölf Sprachen hinzu - darunter Arabisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Portugiesisch und Farsi.

Facebook hatte die Holocaust-Leugnung - die in Deutschland illegal ist - in anderen Ländern unter Verweis auf die Redefreiheit lange toleriert. Erst im vergangenen Oktober wurde sie nach Debatten und Kritik untersagt. Gründer und Chef Mark Zuckerberg begründete das Umdenken damals mit einem Anstieg des Antisemitismus.

Zuckerberg hatte vor drei Jahren Kritik auf sich gezogen, als er in einem Interview erklärte, er wolle Beiträge von Holocaust-Leugnern weiterhin nicht grundsätzlich von der Plattform verbannen. Er selbst sei Jude und finde solche Äußerungen zutiefst beleidigend, sagte er damals dem Technologieblog »Recode«.

»Aber am Ende glaube ich nicht, dass unsere Plattform das herunternehmen sollte, weil ich denke, dass es Dinge gibt, bei denen verschiedene Menschen falsch liegen. Ich denke nicht, dass sie absichtlich falsch liegen.«

Bei der Ankündigung am Donnerstag würdigte WJC-Präsident Ronald Lauder nun die Bemühungen von Facebook, Hassreden zu entfernen und die Ausbreitung von Wissen über den Holocaust zu unterstützen. »Ich ermutige andere Social-Media-Plattformen, dem Beispiel, wie man ihre Technologie zur Verbreitung von Wahrheit nutzen kann, zu folgen.«

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Für den frischgebackenen Leiter des ARD-Studios Nairobi ist die »Jüdische Allgemeine« ein Propaganda-Sprachrohr der israelischen Regierung. Eine Entgegnung

von Michael Thaidigsmann  29.06.2026

Streit

Verhandeln die USA und Iran am Dienstag?

US-Präsident Donald Trump behauptet, dass ein Treffen in Doha geplant sei. Doch die iranische Regierung äußert sich nur vage

 29.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 29.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Nahost

So versuchen die USA und Iran vor dem Deal, Fakten zu schaffen

Am Dienstag sollen sich Vertreter beider Länder zu Verhandlungen treffen. Bis dahin versuchen beide Seiten, ihre Position zu stärken

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026