Terrorismus

EU streicht Palästinensern Millionenzuschuss

Foto: imago images/McPHOTO

Die Europäische Union hat erstmals einer palästinensischen Organisation Fördergelder in Millionenhöhe gestrichen. Diese hatte sich geweigert, Vertragsklauseln zu akzeptieren, welche jedwede Verbindung zu Terrororganisationen untersagen.

Die Europäische Kommission, die die EU-Mittel für zivilgesellschaftliche Projekte verwaltet, teilte vergangene Woche der Organisation BADIL mit, dass ihr der jährliche EU-Zuschuss von 1,7 Millionen für das Projekt »Mobilmachen für Gerechtigkeit« in Ost-Jerusalem verweigert würde. BADIL hatte zuvor versucht, die seit 2019 für EU-Förderverträge weltweit geltende Klausel abzuschwächen. In einem Schreiben vom 12. Juni wies die EU dies aber zurück.

KONTROLLE Seit 2019 müssen alle Empfänger von EU-Mitteln sich verpflichten, dafür zu sorgen, dass kein Geld an Personen und Gruppen fließt, die von der EU als terroristische Organisationen eingestuft sind.

Dazu gehören Hamas, der Palästinensische Dschihad sowie die Volksfront zur Befreiung Palästinas. Zudem sind auch Aufrufe zu Hass und Gewalt im Rahmen der geförderten Projekte untersagt. Um sich für Fördergelder aus dem EU-Budget zu qualifizieren, müssen NGOs entsprechende interne Kontrollmechanismen nachweisen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Diese waren BADIL ein Dorn im Auge. Am Dienstag erklärte die Organisation, die Verfahren zur Überprüfung der Mittelverwendung sei »demütigend« und stehe Widerspruch zur »nationalen Rolle der palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen in ihrem Kampf für die Befreiung vom israelischen Kolonialismus und der Apartheid.« Die EU-Auflagen seien weder mit dem palästinensischen noch dem internationalen Recht vereinbar, behauptete die Organisation und forderte andere Gruppen auf, künftig auf EU-Förderung zu verzichten.

PROTESTE In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt scharfe Proteste von Seiten der Palästinenser gegen die Vorgaben der EU gegeben. Im März sorgte der Brüsseler Vertreter vor Ort, Sven Kühn von Burgsdorff, für Aufsehen. Er schickte einen »Klarstellungsbrief« an ein palästinensisches NGO-Bündnis und suggerierte darin, die Ausschlussklauseln in den Verträgen beträfen nur Personen, welche namentlich auf einer »schwarzen Liste« der EU genannt würden. Eine solche Liste mit den Namen von terrorverdächtigen Palästinensern gibt es allerdings gar nicht.

Nach Protesten der israelischen Regierung und der Organisation NGO Monitor erklärte der zuständige EU-Kommissar Olivér Várhelyi im Mai im Europaparlament, er habe alle EU-Vertretungen vor Ort angewiesen, genau hinzuschauen. Eine Förderung von Terrorismus werde nicht toleriert, sagte Várhelyi.

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, alle Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Organisiert wird die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das 65-jährige Opfer der jüngsten Attacke in Höchberg ist

 23.07.2026

Handelspolitik

Belgien und Niederlande verbieten Einfuhren aus Siedlungen

Die Regierungen in Brüssel und Den Haag haben ihre Ankündigung wahrgemacht, die Einfuhr von Waren aus den seit 1967 von Israel besetzen Gebieten zu untersagen, sofern sie von Israelis produziert werden

 23.07.2026

Genf/Berlin

Streit zwischen Rosa Luxemburg Stiftung und UN Watch

Die der Partei »Die Linke« nahestehende Stiftung wirft der Genfer NGO vor, in Berlin »die wildesten Verleumdungen gegen die UNRWA« verbreitet zu haben. UN Watch kontert mit Video-Beleg

von Imanuel Marcus  23.07.2026

Essay

Gedenken ohne Juden

Die Erinnerungskultur macht den Holocaust zunehmend zu einer allgemeinen Mahnung gegen Intoleranz und verliert dabei die jüdischen Opfer aus dem Blick

von Gunda Trepp  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Washington D.C./Riad

»Schreckliche Idee«: Kritik an US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Während des Iran-Kriegs, der sich auch um das iranische Atomprogramm dreht, verkünden die USA eine Einigung mit Saudi-Arabien. Experten fürchten ein atomares Wettrüsten in einer instabilen Region

von Johannes Sadek, Franziska Spiecker, Jörg Vogelsänger  23.07.2026

Nahost

USA setzen über Iran B-1-Bomber ein

Im Visier standen Einrichtungen der iranischen Marine, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen

 23.07.2026