Politik

EU-Abgeordneter Sergey Lagodinsky tritt gegen Gelbhaar an

Sergey Lagodinsky sitzt seit 2019 für die Grünen im Europaparlament und möchte bei der Bundestagswahl kandidieren. Foto: Michael Thaidigsmann

Politik

EU-Abgeordneter Sergey Lagodinsky tritt gegen Gelbhaar an

Der Kreisverband Berlin-Pankow fordert Stefan Gelbhaar dazu auf, auf eine Kandidatur für ein Direktmandat bei der Bundestagswahl zu verzichten. Er bekommt nun Konkurrenz aus Brüssel

 04.01.2025 19:05 Uhr

Der wegen Vorwürfen sexueller Belästigung unter Druck stehende Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar bekommt bei der Wahl des Direktkandidaten in Berlin-Pankow für die Bundestagswahl prominente Konkurrenz. Der Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky reichte ebenfalls seine Bewerbung ein, wie aus der Tagesordnung der Wahlversammlung hervorgeht. 

Man habe in Pankow eine besondere Situation, sagte Lagodinsky mit Blick auf die Vorwürfe gegen Gelbhaar der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei auch ein Grund für seine Kandidatur. Er wolle dafür sorgen, »dass wir den Kreisverband einen und stark positionieren in Richtung Wahlkampf«. Der 49-Jährige sitzt seit 2019 für die Grünen im Europaparlament.

Der Vorstand des Kreisverbands hatte Gelbhaar, der die Vorwürfe als »frei erfunden« zurückgewiesen hat, dazu aufgefordert, auf eine Kandidatur für die Bundestagswahl zu verzichten. Dieser wiederum reichte dennoch seine Kandidatur ein. 

Insgesamt kandidieren bislang vier Männer

Gelbhaar selbst hatte an Silvester auf seiner Website ausführlich Stellung bezogen. »Die Vorwürfe sind gelogen«, erklärte er. Bei dem Vorgang müsse es sich »um eine in Teilen geplante Aktion« handeln mit dem Ziel, ihn massiv zu diskreditieren. Dem RBB haben nach Angaben des Senders mehrere Frauen zum Teil anonym, zum Teil eidesstattlich versichert, von Gelbhaar belästigt worden zu sein. Über die Vorwürfe hatten auch andere Medien berichtet.

Der Kreisverband will bei einer erneuten Wahlversammlung am Mittwoch (8. Januar) über die Direktkandidatur abstimmen lassen. Bei einer früheren Wahlversammlung Mitte November war Gelbhaar mit 98,4 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten für Pankow gewählt worden.

Seine Kandidatur für einen Platz auf der Landesliste hatte Gelbhaar Mitte Dezember kurzfristig zurückgezogen und das mit Vorwürfen gegen ihn begründet, damals ohne dabei konkreter zu werden.

Neben Gelbhaar und Lagodinsky haben bislang die Grünen-Mitglieder Yüksel Calis und Paul Eschenhagen Bewerbungen eingereicht. Weitere Kandidaten haben noch bis Mittwochabend Zeit. dpa

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026

Berlin

Mutmaßlicher CSD-Täter tot – Bundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Einen Tag nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter nach Polizeischüssen gestorben. Behörden zufolge hatte er in der Vergangenheit versucht, sich dem IS anzuschließen

 27.07.2026

Berlin

CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisieren

Der Berliner CSD-Verein fordert Solidarität statt Spaltung nach dem Anschlag im Tiergarten. Was die Veranstalter noch betonen

 26.07.2026

Berlin

Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Berlins Regierungschef Wegner hebt das rasche Handeln und das Zusammenspiel nach dem Terroranschlag am Rande des CSD hervor. Worüber er nun in den nächsten Tage sprechen möchte

 26.07.2026

Berlin

Bundeskanzler nennt CSD-Anschlag terroristisch und islamistisch

Nicht nur ein Angriff auf Teilnehmer des Berliner CSD, sondern auch einer gegen Freiheit und Offenheit – Bundeskanzler Merz kündigt an, genau das über Parteigrenzen verteidigen zu wollen

 26.07.2026

Karlsruhe

Generalbundesanwalt soll CSD-Ermittlungen übernehmen

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund steht bei den Ermittlungen zum Anschlag am Rande des Berliner CSD im Fokus. Die Zuständigkeit wechselt daher bald zur obersten Anklagebehörde in Deutschland

 26.07.2026

Berlin

Dobrindt spricht von Terroranschlag – Verdächtiger flüchtig

Dramatisches Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Person stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet

 26.07.2026 Aktualisiert