Beschneidung

Erneut Strafanzeige gegen Rabbiner

Rabbiner Yitshak Ehrenberg Foto: imago

Erneut ist Strafanzeige gegen einen Rabbiner erstattet worden. »Wegen Störung des öffentlichen Friedens und anderer Delikte« wurde gegen den Berliner Gemeinderabbiner Yitshak Ehrenberg bereits am 12. Juli Anzeige erstattet. Anlass war sein Auftritt in der ARD-Talkshow »Anne Will« am Tag zuvor, bei der er erklärt hatte, weiterhin Britot (Beschneidungen) durchführen zu wollen. Wie die Staatsanwaltschaft jetzt in einem Schreiben mitteilte, sei das eingeleitete Ermittlungsverfahren eingestellt worden, da aus der »Anzeige keinerlei Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten« zu entnehmen seien.

Rabbiner Ehrenberg erfuhr nur durch ein wohl irrtümlich an ihn adressiertes Schreiben der Staatsanwaltschaft von dem Vorgang. Wie er der Jüdischen Allgemeinen sagte, habe er bei Nachfrage keine weiteren Informationen erhalten. »Aber dass das Verfahren, anders als im Fall der Anzeige in Hof, hier in Berlin gleich eingestellt wurde, ist eine gute Nachricht.« Doch sei die Atmosphäre, in der derartige Anzeigen nur wegen der Ausübung religiöser Gebote möglich seien, schon sehr bedenklich. Rabbiner Yitshak Ehrenberg weiter: »Der Vorgang macht noch einmal deutlich, dass wir schnell Rechtssicherheit brauchen. Wir werden an unseren Traditionen festhalten. Ich erwarte klare gesetzliche Vorgaben, dass wir als Rabbiner hier weiter im Sinne unserer Halacha leben und handeln können.«

NSDAP-Mitgliederkartei

Ein Land durchsucht den Datenschatz

Die Recherche nach der Nazivergangenheit der eigenen Vorfahren scheint neuerdings so einfach wie eine Google-Suche. Auch in manch jüdischer Familie wächst das Interesse. Doch tragen die Erkenntnisse wirklich zur Aufklärung bei?

von Mascha Malburg, Michael Thaidigsmann  15.06.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Berlin

Streit um die Landesansprechperson für Antisemitismus

Recherchen des »Tagesspiegel« zufolge geht es bei der Suche nach einem Antisemitismusbeauftragten für die Berliner Hochschulen längst nicht mehr nur um die Belange der jüdischen Studierenden, sondern auch um Politik

 15.06.2026

Diplomatie

Macron will schnell Minen in Straße von Hormus räumen

Noch ist die Tinte nicht auf dem Abkommen zwischen den USA und Iran, doch Frankreichs Präsident signalisiert seine Bereitschaft »sehr schnell zu handeln«

 15.06.2026

Wirtschaft

Iran will Gebühren für Straße von Hormus verlangen

US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus für geöffnet erklärt. Aber Details eines US-Iran-Rahmenabkommens sind noch unklar. Im Iran fordern Stimmen Gebühren für die Durchfahrt der Meerenge

 15.06.2026

Meinung

Ein beschämender Deal

Israel und die USA haben den Iran zwar militärisch geschwächt. Dennoch haben sie keines ihrer Kriegsziele erreicht. Mit dem sich nun abzeichnenden Abkommen belohnt Präsident Donald Trump das mörderische Mullah-Regime

von Michael Roth  15.06.2026

Nahost

Die Stolpersteine beim Abkommen zwischen den USA und Iran

Die Umsetzung des Gaza-Abkommens steckt fest, Israel will seine Truppen aufgrund des Verhaltens der Terrororganisation Hisbollah nicht aus dem Libanon abziehen. Droht dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran das gleiche Schicksal?

 15.06.2026