Dresden

Ermittlungen gegen Akif Pirinçci

Akif Pirinçci Foto: dpa

Dresden

Ermittlungen gegen Akif Pirinçci

Zentralratspräsident Schuster zur Hassrede auf der Pegida-Kundgebung: »widerlich und schamlos«

 20.10.2015 14:54 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen gegen den deutsch-türkischen Schriftsteller Akif Pirinçci wegen dessen Rede auf der Pegida-Demonstration am Montagabend eingeleitet. Es liege ein Verdacht auf Volksverhetzung vor, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Dienstag in Dresden. Pirinçci hatte bei der Kundgebung der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung wörtlich gesagt: »Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.«

Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden, begrüßt die Prüfung einer Anzeige wegen Pirinçcis Rede. »Das Klima des Hasses hat ein unerträgliches Niveau erreicht«, sagte Goldenbogen der Jüdischen Allgemeinen. »Eine Aussage wie die von Pirinçci ist zynisch und menschenverachtend. Das muss Konsequenzen haben.« Nicht minder schlimm sei es, dass die Stimmung in der Stadt immer feindlicher gegen Migranten werde.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte, dass die Hetze gegen Flüchtlinge ein Ausmaß erreicht, das absolut erschreckend und völlig inakzeptabel sei. »Wenn Redner auf Pegida-Kundgebungen sich nicht nur der Sprache der Nazis bedienen, sondern indirekt vorschlagen, Flüchtlinge ins KZ zu sperren, ist das einfach nur widerlich und schamlos.«

applaus Die Aussage des rechtspopulistischen Schriftstellers fiel im Zusammenhang mit der Diskussion über die Einrichtung eines Asylbewerberheims. Allerdings bezog sie sich offenbar nicht direkt auf Flüchtlinge.

Der vorhergehende Satz lautete wörtlich: »Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert.« Daraufhin hatten die Pegida-Anhänger den Redner unterbrochen und mehrfach laut »Widerstand« skandiert.

Pegida Bei der Demonstration ein Jahr nach dem ersten Aufmarsch der asylfeindlichen Pegida-Bewegung hatten sich am Montagabend bis zu 20.000 Anhänger versammelt. Die Zahl der Gegendemonstranten in vier Sternenmärschen wurde auf rund 15.000 Menschen geschätzt. Die Polizei war mit 1900 Kräften im Einsatz.

Ein Pegida-Anhänger musste nach einem Angriff durch einen Unbekannten schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt außerdem in mehreren Fällen unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Ein Kamerateam der Deutschen Welle wurde von Pegida-Anhängern ausländerfeindlich beschimpft und einer der Reporter geschlagen. epd/ppe

Berlin

Blumen, Trauer und Tränen nach CSD-Angriff

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day

von Andreas Rabenstein, Monika Wendel  26.07.2026

Teheran

Iran droht USA mit Ausweitung des Konflikts

Das iranische Militär droht den USA mit einer Ausweitung der Kämpfe. Sollten die Luftangriffe andauern, werde Teheran neue militärische Strategien in der Region anwenden

 26.07.2026

Berlin

CSD-Angriff: Keine Lebensgefahr bei acht Charité-Patienten

Ein Mann steuert am Samstagabend einen Van in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt. Mehrere Menschen erleiden teilweise schwere Verletzungen. Acht von ihnen werden in die Charité gebracht

 26.07.2026

Berlin

Jüdische Organisationen solidarisieren sich mit Opfern des CSD-Anschlags

Am Rande des CSD in Berlin hat ein Fahrzeugfahrer mindestens eine Person getötet und 16 weitere verletzt. Auch die jüdische Gemeinschaft zeigt sich tief betroffen

 26.07.2026

Meinung

»Glückwunsch« zum Genozid-Vorwurf

Solange die Grüne Jugend einseitig gegen Israel gerichtete Beschlüsse fasst, kann sie kein Partner im Kampf gegen Antisemitismus sein

von Anika Schmütz  26.07.2026

Landtagswahlen

Ostdeutsche eher für AfD-Beteiligung als Allparteienbündnis

Umfragen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern deuten auf eine starke AfD. Was wäre wenn? Das klopft eine YouGov-Umfrage ab

 26.07.2026

Berlin/Karlsruhe

Angriff bei CSD: Bundesanwaltschaft in Kontakt mit Berliner Behörden

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund rückt bei den Ermittlungen zu dem Angriff mit einem Auto in Berlin in den Fokus. Solche Vorfälle kann die oberste Anklagebehörde in Deutschland übernehmen

 26.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  26.07.2026

Jemen

Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus

Nach Luftangriffen im Jemen schwört die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Rache gegen Saudi-Arabien. Wie wird US-Präsident Trump im eskalierenden Konflikt im Nahen Osten weiter vorgehen?

 26.07.2026