Karlsruhe

»Entsetzt und wütend«

Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden Foto: dpa

Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, Rami Suliman, hat die »verabscheuungswürdige Wahlwerbung« rechtsextremer Parteien zur Europawahl heftig kritisiert. »Die Rechte«, NPD und »Der III. Weg« würden bewusst mit doppeldeutigen und eindeutig menschenverachtenden Parolen werben, so Suliman.

Besonders provokant trete die Partei »Die Rechte« auf, die am vergangenen Samstag, 18. Mai, mit einem Lautsprecherwagen direkt vor der Synagoge vorgefahren sei und diese mit Parteiwerbung beschallt habe. »Hier werden Grenzen ausgetestet und verschoben. Das kann sich die pluralistische, offene, auf Freiheit gestützte Gesellschaft des Grundgesetzes nicht gefallen lassen und akzeptieren«, so Suliman.

weimarer republik »Mitglieder der jüdischen Gemeinden fühlen sich an das Geschehen in der Weimarer Republik erinnert«, betonte der IRG-Vorsitzende. Man wisse, wohin das geführt habe, das dürfe nie wieder passieren. »Die Juden in Baden-Württemberg sind entsetzt und wütend«, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Information der IRG Baden.

Suliman dankte darin ausdrücklich für die breite Unterstützung durch Kirchen, Vereine, gesellschaftliche Gruppen und Politiker. Er zeigte Verständnis für Mitarbeiter der Stadtverwaltungen und der Ordnungsämter, die befürchten, durch ein Einschreiten die von ihnen geforderte Neutralität zu verletzen. »Umso höher ist es zu bewerten, dass einige Oberbürgermeister und Bürgermeister Mut beweisen und tätig werden.«  ja

Justiz

Historiker im KZ-Prozess: SS-Wachen waren an Erschießungen beteiligt

Mehr als 200.000 Menschen waren zwischen 1936 und 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bewacht wurden sie von Menschen wie Josef S. Der 101-Jährige steht dafür jetzt vor Gericht

von Lukas Philippi  03.12.2021

Einwanderungsgesellschaft

Bundespräsident verleiht Verdienstorden

Zu den Ausgezeichneten gehören unter anderem KIgA und das Jugendbildungswerk »Open Mind«

 03.12.2021 Aktualisiert

Medien

Antisemitismusvorwürfe: DW stellt Mitarbeiter während Prüfung frei

Geprüft werden die Anschuldigungen von Ahmad Mansour und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

 03.12.2021

Brüssel

EU-Verfahren gegen Deutschland

Europäische Kommission: Ähnlich wie in Ungarn oder Luxemburg wurde nicht genug gegen Hassrede getan

 02.12.2021

Auffrischungsimpfung

Israelischer Experte übt massive Kritik an Ständiger Impfkommission

Ronni Gamzu bemängelt die Langsamkeit der Deutschen

 02.12.2021

KZ Sachsenhausen

Angeklagter streitet Vorwürfe weiter ab

Wahrscheinlich einer der letzten noch lebenden potenziellen Täter steht seit Oktober vor Gericht

 02.12.2021

Bayern

Generalstaatsanwalt prüft AfD-Chatgruppe

Am Mittwoch war durch einen Bericht des Bayerischen Rundfunks bekannt geworden, dass Teilnehmer der »Alternativen Nachrichtengruppe Bayern« unter anderem über gewalttätige Proteste und einen Bürgerkrieg in Deutschland diskutiert hatten

 02.12.2021

Antisemitismus

Weltverband will weitere Konsequenzen aus Israel-Boykott Malaysias ziehen

Israels Team durfte nicht zur WM anreisen. Jetzt kündigt der Weltsquashverband eine Überprüfung des Vorgangs an

von Michael Thaidigsmann  02.12.2021

Antisemitismus

Bund: Vorwürfe schnell aufklären

Beauftragte für Kultur und Medien nimmt aktuelle Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deutschen Welle »sehr ernst«

 02.12.2021