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Meinung

Eine Sukka auch für Flüchtlinge

Rabbinerin Gesa Ederberg Foto: Mike Minehan

Heute in einer Sukka zu sitzen, ist etwas ganz anderes als früher. Und damit meine ich nicht nur, dass für Kinder der Etrog größer, der Lekach leckerer und die Sukka heimeliger ist. Früher, als die Kinder aus eigenem Erleben wussten, dass Milch von der Kuh und Kartoffeln vom Feld kommen, war Sukkot als Erntefest viel realer.

Wenn man Sukkot feierte, dann wusste man, ob es für das nächste Jahr genug zu essen gab. Das ist hierzulande anders, aber in vielen Teilen der Welt leben die Menschen immer noch nach diesem elementaren Rhythmus. Und sie können im besten Fall hoffen, dass die Nahrung reicht, wahrscheinlicher ist aber, dass mindestens ein Teil hungern oder sogar verhungern wird.

symbol Die Sukka symbolisiert in der jüdischen Tradition einerseits die provisorische Hütte der Feldarbeiter, die während der Ernte keine Zeit hatten, nach Hause zu gehen, andererseits auch die Hütten, in denen das Volk während der 40-jährigen Wanderung durch die Wüste lebte. Die Tora (3. Buch Mose 23,43) deutet Sukkot als Zeichen für alle Generationen der Zukunft, dass Gott Israel aus Ägypten gerettet hat. Raschbam, der Enkel Raschis, der im Mittelalter lebte, erklärt: »Du sollst nicht in deinem Herzen sagen, meine Kraft und die Stärke meiner Hände hat mir diesen Erfolg gebracht.«

Flüchtling zu sein, unendlich lange unterwegs zu sein, ohne zu wissen, ob man irgendwann in Sicherheit ankommt und wie man dort empfangen wird, ist die Erfahrung der Kinder Israels in der Wüste – und ist heute die Erfahrung von Flüchtlingen aus Afrika, die zu Fuß durch die Wüste nach Israel kommen oder auf unsicheren Schiffen nach Europa oder als Verletzte aus Syrien zu entkommen versuchen.

Während Jom Kippur uns einen seelischen und geistigen neuen Start ins Jahr ermöglicht hat, buchstabiert Sukkot nun die materielle Seite dieses Jahresanfangs. Regen und Kälte in der Sukka sollen uns daran erinnern, dass ein gutes Leben nicht selbstverständlich ist und dass wir Verantwortung für die haben, die keine gelungene Ernte feiern können. So wie wir Abraham und Sara und andere symbolisch als Gäste, Uschpisin, in der Sukka begrüßen, sind wir aufgefordert, Gäste in unseren Sukkot und in unserem Land aufzunehmen, und zwar nicht nur nützliche oder berühmte, sondern gerade auch die, die voller Verzweiflung und aus Lebensgefahr geflohen vor unserer Tür gestrandet sind.

Die Autorin ist Rabbinerin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Washington D.C.

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