Frankfurt am Main

»Eine Schande für unser Land«

Uwe Becker Foto: imago images/Jürgen Heinrich

Im Vorfeld einer für Samstag in Frankfurt geplanten israelfeindlichen Demonstration gibt es Protest. Der Antisemitismusbeauftragte der hessischen Landesregierung, Uwe Becker, forderte am Donnerstag die Stadt Frankfurt dazu auf, die Demonstration zu untersagen. Er sprach sich zugleich für ein Verbot des sogenannten Al-Quds-Tages aus, wie die Staatskanzlei in Wiesbaden mitteilte.

»Wir dürfen nicht zulassen, dass die Vernichtung Israels auf deutschen Straßen gefordert werden kann. Der Al-Quds-Tag ist eine Schande für unser Land«, erklärte der CDU-Politiker. Der »widerwärtige Aktionstag« gefährde den inneren Frieden. Es gehe nicht um legitimen, friedlichen Protest, sagte Becker. Vielmehr stehe der Al-Quds-Tag für den Aufruf zur Vernichtung des jüdischen Staates. »Eine solche Forderung kann in meinen Augen nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung oder dem Demonstrationsrecht abgedeckt sein.«

Daher müssten die zuständigen Stellen im Bund die »Hassmärsche des iranischen Mullah-Regimes« verbieten. Bis dahin solle Frankfurt ein klares Zeichen setzen und den Aufmarsch verbieten. kna

Meinung

Reformprogramm der Bundesregierung: Auf schmalem Grat

Ein Sozialstaat, der Sicherheit verspricht und Misstrauen praktiziert, ist ein Signal für jene Kräfte, die von Angst und Spaltung leben

von Günter Jek  12.07.2026

Erfurt

Voigt: Gespräch über Simson-Sonderstatus mit der EU

Die auf eine jüdische Familie zurückgehenden Simson-Mopeds sind mehr als DDR-Nostalgie: Sie können mit Tempo 60 fahren und verheißen jungen Leuten Mobilität. Doch Reimporte müssen langsamer fahren. Worin das Problem liegt

 12.07.2026

München

Anne Applebaum: Darum sollten CDU und AfD nicht kooperieren

Die jüdische US-Historikerin befasst sich mit den Gefahren für demokratische Gesellschaften. Im Interview mit der »Süddeutschen Zeitung« legt sie ihre Position zu Deutschland und Europa dar

 12.07.2026

Teheran

Gespräche über Straße von Hormus enden ohne Durchbruch

Der Streit um die Straße von Hormus war diese Woche mehrfach militärisch eskaliert. Gespräche im Oman darüber enden zunächst ohne große Fortschritte

 12.07.2026

Washington

US-Militär: Angriffswelle im Iran beendet

In der Nacht haben die US-Streitkräfte laut eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen. Dabei habe es sich um einen Vergeltungsschlag gehandelt

 12.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  12.07.2026

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026