Interview

»Ein starker Zusammenhalt«

Rabbi Sudakevitch, wie ist die Lage in Tokio?
Seit ein paar Stunden wackelt die Erde nicht mehr. Aber wir wissen nicht, wie es mit dem Kernreaktor weitergehen wird. Niemand kann das wissen.

Wie haben sich das Erdbeben und der Tsunami auf die jüdische Gemeinde in Japan ausgewirkt?
Wir in Tokio sind verschont geblieben. Die meisten Juden in Japan leben hier in der Hauptstadt.

Wie können Sie den Opfern helfen?
Wir haben bei einem Großhändler Decken und Lebensmittel gekauft – Reis, Zucker, Mehl, Nudeln. Das wollen wir mit Transportern in vier Orte in den Krisengebieten bringen. Wir haben mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen, um vielleicht zusammenzuarbeiten. Ich habe viel zu tun, denn ich bin allein hier im Chabad-Zentrum.

Trotz der katastrophalen Situation bewahren die Menschen auf den Straßen und in den Geschäften die Ruhe. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, es liegt an der Mentalität. Die Japaner sind Erdbeben gewohnt – wenn auch nicht in dieser Stärke. Jahrelang haben sie geübt, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten sollen. Jetzt tun sie genau das, was sie gelernt haben. Mir fällt auf, dass es einen starken Zusammenhalt gibt. Aber die Menschen spüren, dass man nicht viel tun kann.

In wenigen Tagen ist Purim. Wie werden Sie es feiern?
Das ist eine schwierige Frage. Ich weiß keine Antwort darauf. Viele haben Tokio verlassen. Es wird keine große Party geben, wie wir es ursprünglich geplant hatten.

Mit dem Chabad-Rabbiner von Tokio sprach Tobias Kühn.

Frankfurt am Main

Trotz Warnungen der jüdischen Gemeinde: Comedian tritt in Frankfurt auf

Trotz Forderungen aus der Stadtgesellschaft, den Auftritt abzusagen, bespielt der neurechte Satiriker Nikolai Binner am Freitag einen Saal in einer städtischen Liegenschaft

 05.11.2026

Nachruf

Trauer um Hubert Aiwanger

Der Freie-Wähler-Chef, bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel

von Frederick Mersi  04.11.2026

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

Midterm-Wahlen

Iran erfreut über Trumps Wahlniederlage

Nach der Wahlniederlage der Republikaner in den USA meldet sich die iranische Spitze. Auch vom obersten Führer Modschtaba Chamenei werden Worte veröffentlicht

 04.11.2026

Meinung

Her mit den Inhalten!

Ayala Goldmann freut sich über die Eröffnung der Jüdischen Akademie in Frankfurt und ist gespannt auf das Programm

von Ayala Goldmann  04.11.2026