Interview

»Ein starker Zusammenhalt«

Rabbi Sudakevitch, wie ist die Lage in Tokio?
Seit ein paar Stunden wackelt die Erde nicht mehr. Aber wir wissen nicht, wie es mit dem Kernreaktor weitergehen wird. Niemand kann das wissen.

Wie haben sich das Erdbeben und der Tsunami auf die jüdische Gemeinde in Japan ausgewirkt?
Wir in Tokio sind verschont geblieben. Die meisten Juden in Japan leben hier in der Hauptstadt.

Wie können Sie den Opfern helfen?
Wir haben bei einem Großhändler Decken und Lebensmittel gekauft – Reis, Zucker, Mehl, Nudeln. Das wollen wir mit Transportern in vier Orte in den Krisengebieten bringen. Wir haben mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen, um vielleicht zusammenzuarbeiten. Ich habe viel zu tun, denn ich bin allein hier im Chabad-Zentrum.

Trotz der katastrophalen Situation bewahren die Menschen auf den Straßen und in den Geschäften die Ruhe. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, es liegt an der Mentalität. Die Japaner sind Erdbeben gewohnt – wenn auch nicht in dieser Stärke. Jahrelang haben sie geübt, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten sollen. Jetzt tun sie genau das, was sie gelernt haben. Mir fällt auf, dass es einen starken Zusammenhalt gibt. Aber die Menschen spüren, dass man nicht viel tun kann.

In wenigen Tagen ist Purim. Wie werden Sie es feiern?
Das ist eine schwierige Frage. Ich weiß keine Antwort darauf. Viele haben Tokio verlassen. Es wird keine große Party geben, wie wir es ursprünglich geplant hatten.

Mit dem Chabad-Rabbiner von Tokio sprach Tobias Kühn.

Hamburg

Er spionierte Josef Schuster und Volker Beck aus: Däne vor Gericht

Der Mann mit afghanischen Wurzeln soll im Auftrag des Iran spioniert haben

 22.06.2026

Bundeswehr

Fünf Jahre Militärrabbinat

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die Jüdische Militärseelsorge bereichere den Dienstalltag und schärfe die ethische Orientierung der Streitkräfte

 22.06.2026

Berlin

Pantisano entschuldigt sich für Faschismus-Vorwurf gegen CDU

Der neue Linken-Chef hat mit seiner Wortwahl über vermeintlich »faschistische Politik« der Union Empörung ausgelöst. Jetzt rudert er zurück

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

London

Britischer Premierminister Starmer kündigt Rücktritt an

Der Einzug seines größten Rivalen ins Parlament kostet Premierminister Keir Starmer das Amt. Der Labour-Chef hatte sich schon in den vergangenen Monaten von einer Krise zur nächsten gehangelt

 22.06.2026 Aktualisiert

Paris/Berlin

Ron Prosor kritisiert Frankreich wegen Einschränkungen bei Rüstungsmesse

Der israelische Botschafter in Deutschland schreibt: »›Kauft nicht von Juden‹ – die französische Version davon.« Es geht um antiisraelische Maßnahmen bei der Eurosatory-Messe

 22.06.2026

Berlin

Mann pöbelt bei WM-Public-Viewing

Der betrunkene 40-Jährige soll antisemitische und rassistische Beleidigungen von sich gegeben haben. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung

 22.06.2026

Nahost

Iran und USA einigen sich auf Fahrplan für Abkommen

Ziel ist es, den Krieg zwischen den USA und dem Iran dauerhaft zu beenden und offene Fragen zu klären – darunter auch den Umgang mit dem Atomprogramm des Mullah-Regimes

 22.06.2026

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026