Interview

»Ein starker Zusammenhalt«

Rabbi Sudakevitch, wie ist die Lage in Tokio?
Seit ein paar Stunden wackelt die Erde nicht mehr. Aber wir wissen nicht, wie es mit dem Kernreaktor weitergehen wird. Niemand kann das wissen.

Wie haben sich das Erdbeben und der Tsunami auf die jüdische Gemeinde in Japan ausgewirkt?
Wir in Tokio sind verschont geblieben. Die meisten Juden in Japan leben hier in der Hauptstadt.

Wie können Sie den Opfern helfen?
Wir haben bei einem Großhändler Decken und Lebensmittel gekauft – Reis, Zucker, Mehl, Nudeln. Das wollen wir mit Transportern in vier Orte in den Krisengebieten bringen. Wir haben mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen, um vielleicht zusammenzuarbeiten. Ich habe viel zu tun, denn ich bin allein hier im Chabad-Zentrum.

Trotz der katastrophalen Situation bewahren die Menschen auf den Straßen und in den Geschäften die Ruhe. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, es liegt an der Mentalität. Die Japaner sind Erdbeben gewohnt – wenn auch nicht in dieser Stärke. Jahrelang haben sie geübt, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten sollen. Jetzt tun sie genau das, was sie gelernt haben. Mir fällt auf, dass es einen starken Zusammenhalt gibt. Aber die Menschen spüren, dass man nicht viel tun kann.

In wenigen Tagen ist Purim. Wie werden Sie es feiern?
Das ist eine schwierige Frage. Ich weiß keine Antwort darauf. Viele haben Tokio verlassen. Es wird keine große Party geben, wie wir es ursprünglich geplant hatten.

Mit dem Chabad-Rabbiner von Tokio sprach Tobias Kühn.

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Meinung

Digitale Gewalt: Gutes Gesetz mit Hürden

Die Bundesregierung plant ein Gesetz gegen Hass und Hetze im Internet. Damit es wirken kann, sollte aber von Anfang an die Finanzierung von Anlaufstellen für Betroffene mitgedacht werden

von Pawel Erenburg  03.06.2026

Iran

Im Visier

Die Mordpläne gegen Josef Schuster und Volker Beck sind Teil einer seit Jahren anhaltenden Terrorkampagne des Mullah-Regimes in Europa. Ihr Ziel: Juden und Gegner Teherans sollen sich nirgends sicher fühlen

von Peter R. Neumann  03.06.2026

Krieg gegen Iran

Mindestens 63 Verletzte bei iranischem Angriff auf Flughafen von Kuwait

Verlorene Gliedmaßen, Hirnblutungen, Knochenbrüche: Das Gesundheitsministerium in Kuwait meldet schwerste Verletzungen nach dem jüngsten Angriff. Mindestens ein Mensch überlebt die Attacke nicht

 03.06.2026

Düsseldorf

Antisemitische Vorfälle in NRW erreichen neuen Höchststand

»Jüdinnen und Juden erleben in unserem Land immer häufiger Hass, Bedrohungen und Ausgrenzung«, sagt Familien- und Integrationsministerin Verena Schäffer

 03.06.2026

Augsburg

15-Jähriger soll Anschlag auf Synagoge geplant haben

Nach einer Explosion mit Verletzten sitzt ein Jugendlicher in U-Haft. Sein Verteidiger betont: Dass er fest entschlossen war, einen Anschlag zu verüben, sei nicht zu erkennen

 03.06.2026

Berlin/Lam

Zentralrat: Antisemitismus-Vorfall in Hotel rechtlich prüfen

Eine Hotel-Antwort sorgt für Entsetzen: »Keine Juden erlaubt«. Was der Zentralrat der Juden jetzt fordert – und was er zur Entschuldigung des Hotels sagt

 03.06.2026

Deutschland

Deutlich mehr Einbürgerungen von NS-Verfolgten und Nachfahren

Rund 12.000 Menschen machten 2025 von der sogenannten Wiedergutmachungseinbürgerung Gebrauch, auf die NS-Verfolgte und deren Nachfahren ein Recht haben. Insbesondere Menschen aus Israel und den USA nahmen darüber die deutsche Staatsbürgerschaft an

 03.06.2026

New Jersey

Kandidat mit Terror-Kontakten? Demokraten nominieren Adam Hamawy

Aufsehen erregt seine frühere Beziehung zu dem als »Blinder Scheich« bekannten Omar Abdel-Rahman, dessen Anhänger 1993 einen Anschlag auf das World Trade Center verübten

 03.06.2026