Interview

»Ein starker Zusammenhalt«

Rabbi Sudakevitch, wie ist die Lage in Tokio?
Seit ein paar Stunden wackelt die Erde nicht mehr. Aber wir wissen nicht, wie es mit dem Kernreaktor weitergehen wird. Niemand kann das wissen.

Wie haben sich das Erdbeben und der Tsunami auf die jüdische Gemeinde in Japan ausgewirkt?
Wir in Tokio sind verschont geblieben. Die meisten Juden in Japan leben hier in der Hauptstadt.

Wie können Sie den Opfern helfen?
Wir haben bei einem Großhändler Decken und Lebensmittel gekauft – Reis, Zucker, Mehl, Nudeln. Das wollen wir mit Transportern in vier Orte in den Krisengebieten bringen. Wir haben mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen, um vielleicht zusammenzuarbeiten. Ich habe viel zu tun, denn ich bin allein hier im Chabad-Zentrum.

Trotz der katastrophalen Situation bewahren die Menschen auf den Straßen und in den Geschäften die Ruhe. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, es liegt an der Mentalität. Die Japaner sind Erdbeben gewohnt – wenn auch nicht in dieser Stärke. Jahrelang haben sie geübt, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten sollen. Jetzt tun sie genau das, was sie gelernt haben. Mir fällt auf, dass es einen starken Zusammenhalt gibt. Aber die Menschen spüren, dass man nicht viel tun kann.

In wenigen Tagen ist Purim. Wie werden Sie es feiern?
Das ist eine schwierige Frage. Ich weiß keine Antwort darauf. Viele haben Tokio verlassen. Es wird keine große Party geben, wie wir es ursprünglich geplant hatten.

Mit dem Chabad-Rabbiner von Tokio sprach Tobias Kühn.

Einspruch

Das Problem mit dem Zivildienst

Rebecca Seidler sieht bei einer möglichen Rückkehr der »Zivis« viele Vorteile – und eine große Herausforderung

von Rebecca Seidler  26.08.2026

Meinung

Mehr Schutz durchs Grundgesetz

Was für die LGBTIQ-Gemeinschaft zutrifft, sollte auch für den Schutz jüdischer Identität gelten

von Susanne Krause-Hinrichs  26.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

RIAS-Jahresbericht

Mehr antisemitische Vorfälle in Thüringen

Gewaltandrohungen und Angriffe gab es vor allem im öffentlichen Raum

 26.08.2026

Kiel

Schleswig-Holstein setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Jüdinnen und Juden im nördlichsten Bundesland sind verunsichert. Die Landesregierung beschließt nun einen Aktionsplan gegen Judenhass

 26.08.2026

Interview

»Der politische Islam will die Gesetze im Sinne der Scharia verändern«

Der Investigativjournalist Sascha Adamek über die stetige islamistische Unterwanderung der Gesellschaft

von Ninve Ermagan  26.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Exklusiv-Interview

»Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor Götz Aly über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

Parteien

Umfrage: So denken die Deutschen über die AfD

Brandmauer? Parteiverbot? Das Insa-Institut hat nachgefragt

 25.08.2026