Vereinigte Arabische Emirate

Dubai bekommt einen Gemeinderabbiner

Rabbi Elie Abadie 2011 mit der damaligen Prinzessin und heutigen belgischen Königin Mathilde in einer Synagoge in den USA Foto: dpa

Vereinigte Arabische Emirate

Dubai bekommt einen Gemeinderabbiner

Elie Abadie, Mitglied der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), übernimmt das Amt

 19.10.2020 09:25 Uhr

Premiere in Dubai: Erstmals bekommt die Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Gemeinderabbiner. Elie Abadie, Mitglied der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), wurde vom Oberrabbiner des Jüdischen Rates der Emirate, Oberrabbiner Yehuda Sarna, in dieser Funktion ernannt und tritt sein Amt zum 1. November an, wie die CER der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte.

KONFERENZ DER EUROPÄISCHEN RABBINER »Vor wenigen Jahren schien es noch undenkbar. Doch nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel erwacht die bislang im Verborgenen lebende kleine jüdische Gemeinde in dem Golfstaat zu neuer Blüte«, hieß es weiter in der Mitteilung.

Die Ernennung Abadies geschehe »inmitten einer Phase beispielloser Dynamik, in der neben der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel erstmals seit Jahrhunderten wieder eine neue jüdische Gemeinde auf der arabischen Halbinsel entsteht«.

Auch die CER und ihr Präsident, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, hätten mit zu der historischen Annäherung beider Staaten und dem Wiederaufbau jüdischen Lebens beigetragen, erklärte die CER.

DIALOG Sie unterhalte im Rahmen des interreligiösen Dialogs seit einigen Jahren Beziehungen zu den Emiraten. Daraus sei ein »fruchtbarer Austausch unter anderem in der Bekämpfung von religiösem Extremismus sowie der Wahrung von Religionsfreiheit« entstanden. Dieser diene »als Brücke und vertrauensbildende Maßnahme zwischen Europa, Israel und den Golfstaaten«, erklärte die CER.

Abadie wurde den Angaben zufolge in Beirut geboren und musste mit seiner Familie als jüdischer Flüchtling den Libanon verlassen und nach Mexiko und später in die USA emigrieren. Er ist Gründer und Rabbiner der Manhattan East Synagogue, Direktor des Jacob-E.-Safra-Instituts für sephardische Studien an der New Yorker Yeshiva-Universität und Professor für sephardisches Judentum, Geschichte, Philosophie und vergleichendes traditionelles Recht.

Bereits Anfang September war bekanntgeworden, dass vor dem Hintergrund der Annäherung beider Staaten das Amerikanisch-Jüdische Komitee (AJC) ein Büro in den Emiraten eröffnet. In dem arabischen Land leben etwa 3000 Juden, hauptsächlich in Abu Dhabi und Dubai. Nach entsprechenden Verträgen mit Ägypten (1979) und Jordanien (1994) ist es das dritte Friedensabkommen Israels mit einem arabischen Land. Mittlerweile einigte sich auch Bahrain mit Israel. dpa

Straße von Hormus

US-Militär warnt Revolutionsgarden vor Provokationen bei Manöver

Ab Sonntag will die iranische Elite-Einheit eine Übung in der strategisch wichtigen Meerenge abhalten

 31.01.2026

Sicherheit

Deutschland und Israel trainieren erstmals gemeinsam gegen Cyberangriffe

Deutschland und Israel proben gemeinsam die Abwehr schwerer Cyberangriffe. Denn Israel hat Erfahrungen, von denen Deutschland profitieren möchte

 31.01.2026

Nordrhein-Westfalen

Statt Auktion: 428 Holocaust-Dokumente an Auschwitz-Stiftung übergeben

Nach internationalen Protesten übergibt der Landtag in Nordrhein-Westfalen 428 Holocaust-Dokumente an die Stiftung Auschwitz-Birkenau. Darunter sind Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld

 31.01.2026

Nahost

Trump schickt weitere Kriegsschiffe in Richtung Iran

Der US-Präsident drängt das iranische Regime weiterhin zu einem Deal

 31.01.2026

Nahost

Mehrere Explosionen im Iran

Vor einem Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden kommt es zu Detonationen in mehreren Teilen des Landes. Die iranische Propaganda spricht von Gaslecks und brennendem Schilf

 31.01.2026

Nahost

Vollendete Drohkulisse

US-Präsident Trumps »Armada« ist angekommen, die Optionen für Militärschläge liegen auf dem Tisch. Er stellt dem Mullah-Regime zwei Bedingungen. Wird Teheran einlenken?

von Imanuel Marcus  30.01.2026

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026

Meinung

Endlich!

Es war überfällig, dass die EU die Revolutionsgarde der Islamischen Republik auf der Terrorliste gesetzt hat. Doch die heutige Lage ist auch das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse, falscher Hoffnungen und politischer Feigheit ebenjener EU

von Shahrzad Eden Osterer  30.01.2026

Rheinland-Pfalz

Landtag fordert Institut für Antisemitismusforschung auf Bundesebene

Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) dankt dem Landesparlament. »Antisemitismus ist in diesem Lande eine reale Erfahrung«, sagt er

 30.01.2026