Meinung

Du darfst nicht »Jude« sagen

Möglich wäre es ja. Wenn eine Meldung mit »Junge-Union-Chef verbreitet Nazi-Parolen« betitelt ist, würde wohl niemand behaupten können, dass so etwas völlig undenkbar wäre. Nicht mal ein CDU-Generalsekretär. Doch der im konkreten Fall Angegriffene, Malte Engelmann, bis vor wenigen Tagen Vorsitzender der CDU-Nachwuchsorganisation in Bremen, hatte gar nicht getan, was ihm vorgeworfen wird. Er ist bloß Opfer eines Klimas, in dem nicht mehr gelesen oder zugehört, sondern nur geurteilt wird.

ramadan Der Bremer CDU-Politiker Heiko Strohmann hatte während des Ramadan etliche Muslime zum Fastenbrechen eingeladen. Dafür gab es von der Parteirechten Kritik: Man solle die kulturellen Unterschiede »nicht vermischen«. Gegen diese, wie er fand, integrationsfeindliche Haltung wandte sich Engelmann in seinem Blog: »Deutsche! Kauft nicht beim Juden! Äh, ich mein: Heiko! Koch’ nicht für den Muselmann.«

Das ist einiges: schlechter Humor, verunglückte Satire und obendrein ein dümmlicher Vergleich. Aber gewiss wird nicht, wie behauptet, eine Nazi-Parole verbreitet. Vielmehr hat Engelmann versucht, den schlimmen Satz kritisch auf heutige Zustände zu beziehen. Solch Verfahren ist nicht unüblich und wird oft angewandt, wenn irgendwelche Politaktivisten wieder mal glauben, Israel boykottieren zu müssen.

charme Im Ergebnis ist Engelmanns Versuch, für eine integrationsfreundlichere CDU zu werben, grandios gescheitert. Das ist ärgerlich, aber eines tröstet: Schlechter Humor als Grund für den Rücktritt eines Politikers hat ja auch seinen Charme.

Ukraine

Der verdrängte Krieg

Es gibt keine Alternative zur Unterstützung des angegriffenen Landes. Ansonsten könnte das Grauen näher rücken – auch bis zu uns nach Deutschland

von Igor Mitchnik  22.02.2026

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Parteitag

»Die UNRWA ist nicht reformierbar«: CDU will Zahlungsstopp

Einmütig haben die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart beschlossen, dass es künftig striktere Auflagen für deutsche Zuschüsse an die Palästinenser geben soll

von Michael Thaidigsmann  21.02.2026

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026

Stuttgart

Merz schließt AfD als Option kategorisch aus

In Teilen der CDU liebäugeln manche damit, ob nicht doch auch die AfD ein Partner werden könnte. Der Parteichef zieht eine deutliche rote Linie

 20.02.2026

Berlin

Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Iran verlassen

Die Bundesregierung warnt Deutsche im Iran erneut vor einer möglichen Eskalation. Noch gebe es Ausreisemöglichkeiten zu Lande und mit Flugzeugen

 20.02.2026