Einspruch

Druck auf Teheran ausüben

Alan Posener Foto: Michael Brunner

Obwohl es mir zuwider ist, Donald Trump zu loben, macht er zuweilen etwas Richtiges. So hat er sich jetzt zu Recht geweigert, dem US-Kongress gegenüber zu bestätigen, der Iran erfülle die Bedingungen des Atomabkommens mit dem Westen. Zwar haben sich Angela Merkel, Emmanuel Macron und Theresa May wegen der Folgen »besorgt« gezeigt; aber selbst diese Leisetreter trauten sich nicht, Trump zu widersprechen.

Das ginge auch gar nicht. Auf der Website des Bundesnachrichtendienstes (BND) steht: »Das iranische Nuklearprogramm wird international und regional als Bedrohung angesehen, da es Verdachtsmomente für eine mögliche militärische Nutzung gibt.« Der BND spricht von der »Missachtung verschiedener Auflagen«, was die »Herstellung umfassender Transparenz« und die »Einstellung potenziell waffenrelevanter Aktivitäten« angeht. Mit anderen Worten: Der Iran baut heimlich weiter an der Bombe. Wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini das Gegenteil behaupten kann, bleibt ihr Geheimnis.

Syrien
Irans Bomben und Raketen richten sich – vorerst – nicht gegen den Westen oder Israel, sondern gegen die sunnitischen Mächte im Nahen und Mittleren Osten. Der Iran destabilisiert die ganze Region, vom Irak über Syrien und den Libanon bis hin zum Jemen. Deshalb sehen die sunnitischen arabischen Staaten in der Atommacht Israel einen Verbündeten.

Das eröffnet die Aussicht auf einen historischen Kompromiss zwischen Israelis und Arabern. Freilich misstrauen beide dem Westen, der bisher der Aggression des Mullah-Regimes und seiner Verbündeten nichts außer imaginären roten Linien entgegensetzte. Die Weigerung Trumps, die Verletzung des Atomabkommens durch den Iran weiterhin mit einem Koscher-Stempel zu belohnen, ist ein wichtiger Schritt, das Bündnis mit Saudis, Jordaniern und Ägyptern wiederzubeleben. Das gibt auch Israel mehr Sicherheit. Von Frieden in einer solchen Gegend zu reden, verbietet sich ja von selbst.

Der Autor schreibt für die »Welt« und betreibt den Blog »Starke Meinungen«.

Tirana

Tausende protestieren gegen Kushner-Projekt an der Adria

In der albanischen Hauptstadt gehen Tausende Menschen auf die Straße, um ihre Stimme gegen das umstrittene Bauvorhaben an der Adriaküste zu erheben

 11.06.2026

Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an, Teheran meldet Attacken auf US-Stützpunkte

Präsident Trump sagt, die USA hätten den Iran »heftig getroffen«. Für den Fall, dass Teheran einem von Washington vorgeschlagenen Abkommen nicht zustimmt, droht er mit weiteren Angriffen

 11.06.2026

Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Der Kabarettist Dieter Nuhr sagt, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genützt

 10.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Krieg

»Jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!«

Der US-Präsident sieht die iranischen Streitkräfte am Boden und droht dem Land einmal mehr. Teheran habe die Chance für einen Deal verpasst

 10.06.2026

München

Anklage nach Angriff auf israelisches Konsulat

Ein 24-Jähriger wirft Steine auf die Einrichtung und löst mit einem verdächtigen Rucksack einen größeren Polizeieinsatz aus. Weshalb ihn Ermittler vor Gericht sehen wollen

 10.06.2026