Statistik

Drastischer Anstieg judenfeindlicher Straftaten

Judenhass auf offener Straße: Pro-Gaza-Demonstration in Berlin am 16. Juli 2014 Foto: Marco Limberg

Die Zahl judenfeindlicher Straftaten in Deutschland hat sich im Zuge der israelfeindlichen Demonstrationen im Sommer fast verdoppelt. Dies geht aus der Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.

»Das ist ein ebenso drastischer und beunruhigender Anstieg«, kommentierte die Linken-Politikerin Petra Pau diese Entwicklung. »Bereits im zweiten Quartal 2014 gab es einen Anstieg antisemitischer Straftaten. Dieser Trend hat sich im Sommer noch einmal verstärkt. Der Gaza-Krieg mag dafür den Anlass geboten haben, aber die Ursachen müssen tiefer liegen.«

Tatverdächtige Gemeinsam mit ihrer Fraktion hatte Bundestagsvizepräsidentin Pau in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung die Frage gestellt, wie viele antisemitische Straftaten im dritten Quartal dieses Jahres verübt wurden. Gefragt wurde außerdem, wie viele Tatverdächtige in diesem Zeitraum wegen antijüdischer Straftaten festgenommen wurden.

Laut Regierungsantwort ist die Zahl zur Anzeige gebrachter judenfeindlicher Delikte von 159 im zweiten Quartal auf 302 im dritten gestiegen. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits 652 antisemitische Straftaten registriert. Im Vergleich dazu erfassten die Behörden in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 788 Straftaten mit eindeutig antisemitischem Hintergrund.

Während der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas im Juli und August dieses Jahres war es in ganz Deutschland verstärkt zu Angriffen auf jüdische Personen und Einrichtungen gekommen. Auf zahlreichen pro-palästinensischen Demonstrationen riefen Teilnehmer zudem ungestraft antisemitische Parolen wie »Juden ins Gas!«, »Kindermörder Israel!« und »Jude, Jude, feiges Schwein, komm’ heraus und kämpf allein!«.

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Michael Thaidigsmann

Haltlose Rüge aus Straßburg

Der Menschenrechtskommissar des Europarats wirft Deutschland »unangemessene Beschränkungen« propalästinensischer Proteste vor. Überzeugende Belege legt er jedoch nicht vor

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Nahost

Trump verlängert Waffenruhe: Wie es jetzt weitergehen könnte

Welche Szenarien sind jetzt denkbar?

von Cindy Riechau, Arne Bänsch  22.04.2026

Nahost

Behörde: Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus

Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu Angriffen auf Schiffe. Die britische Behörde UKMTO meldet nun gleich zwei Vorfälle

 22.04.2026

New York

Wegen Haltung der Demokraten zu Israel: Alan Dershowitz wird Republikaner

Seine bisherige Partei sei zur »antiisraelischsten Partei in der amerikanischen Geschichte« geworden, schreibt der jüdische Jurist

 22.04.2026

New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

Rafael Grossi warnt vor der »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne

 22.04.2026

London

Beratungen über Wiederöffnung der Straße von Hormus beginnen

Diskutiert werden sollen auch Einsatzkräfte, Führungsstrukturen sowie die Verlegung von Einheiten in die Region

 22.04.2026

Europäische Union

Keine Mehrheit für Strafmaßnahmen gegen Israel

Vor allem Spanien und Irland hatten vor der Sitzung der Außenminister in Luxemburg Druck gemacht und die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel verlangt. Sie scheiterten erneut

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026