Meinung

Die türkische Braut

Basta, es bleibt dabei! Bundeskanzlerin Angela Merkel besteht auf »ergebnisoffenen Verhandlungen« der EU mit der Türkei. Eine Vollmitgliedschaft ist nicht in Sicht, stattdessen wird weiterhin eine »privilegierte Partnerschaft« angestrebt. Doch der gut gemeinte Begriff hat in Ankara einen faden Beigeschmack. Keine Braut will jahrzehntelang warten, bis sich der Bräutigam zum Ja-Wort durchringt. Und eine stolze türkische Braut schon gar nicht. Wenn sie zu lange hingehalten wird, könnte es passieren, dass sie sich am Ende einen anderen Mann sucht. Im Falle der Türkei kommt durchaus der Iran infrage, steht er ihr doch geografisch ohnehin sehr nah. Wen wundert es da, dass Merkels Versuch, Ankara für mögliche Sanktionen gegen Teheran zu gewinnen, erfolglos bleibt. Die Türkei ist der zweitwichtigste Handelspartner des Iran. Erst kürzlich wurden die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Nachbarländern ausgebaut. Die Wirtschaftsbeziehungen zum Iran abzubrechen, würde für Ankara ein Opfer bedeuten, für das durchaus eine Gegenleistung zu erwarten ist. Denn die Braut wäre ja dumm, ihrem Bräutigam die Mitgift zu lassen, ohne sicher zu sein, dass er sie eines Tages auch tatsächlich heiraten wird.

Berlin

Immer mehr Israelis beantragen deutsche Staatsbürgerschaft

Innerhalb weniger Jahre vervierfacht sich die Einbürgerung von Menschen aus dem jüdischen Staat

 16.04.2026

Meinung

Correctiv: Zu viel Theater, zu wenig Journalismus

Die Recherche zum »Potsdamer Geheimtreffen« hat deutschlandweit Proteste gegen die AfD ausgelöst. Doch die Kernaussage des Textes stimmt nicht, urteilt nun ein Gericht – und der Schaden ist groß

von Joshua Schultheis  16.04.2026

Nahost

Merz will Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten

In Paris wollen Europäer morgen über einen Plan zur Absicherung der vom Iran blockierten Straße von Hormus nach einem Ende des Krieges beraten. Bundeskanzler Merz nennt wichtige Voraussetzungen

 16.04.2026

Nahost

Syrien verkündet Abzug aller US-Truppen

Mit Hilfe der kurdischen Milizen führten US-Soldaten in Syrien einen langen Kampf gegen die Terrormiliz IS. Jetzt ziehen sie komplett ab aus dem Land, während in der Region der Iran-Krieg andauert

 16.04.2026

Nahost

Hegseth droht Iran: »Trefft eine weise Entscheidung«

Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran warnt der US-Verteidigungsminister die Führung in Teheran: Das US-Militär könne die Angriffe sofort wieder aufnehmen

 16.04.2026

Brandenburg/Ravensbrück

Schulen sagen Besuche in KZ-Gedenkstätten ab: Der Grund ist beunruhigend

Die Gedenkstätten in Brandenburg vermelden beunruhigende Entwicklungen: Antisemitische Vorfälle häufen sich

 16.04.2026

Barcelona

Neue Flottille startet in Richtung Gaza

An Bord von meheren Dutzend Booten stachen erneut israelfeindliche Aktivisten in See

 16.04.2026

Netivot

Bienenschwarm fällt über Einkaufszentrum in Israel her

Unzählige Insekten lassen sich in einem Einkaufszentrum nieder und fliegen in dichten Schwärmen über das Gelände

 16.04.2026

Dresden

Stadt prüft Konsequenzen nach Chamenei-Gedenkfeier im »Haus der Brücke«

Nach Angaben eines Stadtsprechers hat das Rathaus erst im Nachhinein Kenntnis von der Veranstaltung erhalten. Auch Exil-Iraner sind entsetzt

 16.04.2026