Meinung

Die türkische Braut

Basta, es bleibt dabei! Bundeskanzlerin Angela Merkel besteht auf »ergebnisoffenen Verhandlungen« der EU mit der Türkei. Eine Vollmitgliedschaft ist nicht in Sicht, stattdessen wird weiterhin eine »privilegierte Partnerschaft« angestrebt. Doch der gut gemeinte Begriff hat in Ankara einen faden Beigeschmack. Keine Braut will jahrzehntelang warten, bis sich der Bräutigam zum Ja-Wort durchringt. Und eine stolze türkische Braut schon gar nicht. Wenn sie zu lange hingehalten wird, könnte es passieren, dass sie sich am Ende einen anderen Mann sucht. Im Falle der Türkei kommt durchaus der Iran infrage, steht er ihr doch geografisch ohnehin sehr nah. Wen wundert es da, dass Merkels Versuch, Ankara für mögliche Sanktionen gegen Teheran zu gewinnen, erfolglos bleibt. Die Türkei ist der zweitwichtigste Handelspartner des Iran. Erst kürzlich wurden die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Nachbarländern ausgebaut. Die Wirtschaftsbeziehungen zum Iran abzubrechen, würde für Ankara ein Opfer bedeuten, für das durchaus eine Gegenleistung zu erwarten ist. Denn die Braut wäre ja dumm, ihrem Bräutigam die Mitgift zu lassen, ohne sicher zu sein, dass er sie eines Tages auch tatsächlich heiraten wird.

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026