Meinung

Die türkische Braut

Basta, es bleibt dabei! Bundeskanzlerin Angela Merkel besteht auf »ergebnisoffenen Verhandlungen« der EU mit der Türkei. Eine Vollmitgliedschaft ist nicht in Sicht, stattdessen wird weiterhin eine »privilegierte Partnerschaft« angestrebt. Doch der gut gemeinte Begriff hat in Ankara einen faden Beigeschmack. Keine Braut will jahrzehntelang warten, bis sich der Bräutigam zum Ja-Wort durchringt. Und eine stolze türkische Braut schon gar nicht. Wenn sie zu lange hingehalten wird, könnte es passieren, dass sie sich am Ende einen anderen Mann sucht. Im Falle der Türkei kommt durchaus der Iran infrage, steht er ihr doch geografisch ohnehin sehr nah. Wen wundert es da, dass Merkels Versuch, Ankara für mögliche Sanktionen gegen Teheran zu gewinnen, erfolglos bleibt. Die Türkei ist der zweitwichtigste Handelspartner des Iran. Erst kürzlich wurden die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Nachbarländern ausgebaut. Die Wirtschaftsbeziehungen zum Iran abzubrechen, würde für Ankara ein Opfer bedeuten, für das durchaus eine Gegenleistung zu erwarten ist. Denn die Braut wäre ja dumm, ihrem Bräutigam die Mitgift zu lassen, ohne sicher zu sein, dass er sie eines Tages auch tatsächlich heiraten wird.

Internationaler Strafgerichtshof

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Die Hintergründe

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Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

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Zentralrat der Juden gegen Widerspruchslösung

In seinem Tätigkeitsbericht für 2025 geht der Zentralrat auch ethische Fragen rund um das Thema Organspende ein

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Massimiliano Cali soll den palästinensischen Terrorismus relativiert und gegen Juden gehetzt haben

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Das Gespräch wirft diese Frage auf: Wie geht die Regierung Netanjahu mit rechtsextremistischen Parteien im Ausland um?

 17.04.2026

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 17.04.2026

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Eine Schauspielerin reist von Frankfurt über Amsterdam bis Bergen-Belsen und bietet Einblicke in das Leben des jüdischen Mädchens, das Millionen Menschen berührt hat

 17.04.2026

München

Proiranische Terror-Gruppe reklamiert Anschlag auf Restaurant für sich

Laut Generalstaatsanwaltschaft ist ein Bekennervideo der schiitischen Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia Gegenstand laufender Ermittlungen

 17.04.2026

Berlin

Staatsanwaltschaft geht in Revision im Prozess gegen Mustafa A.

Die Staatsanwaltschaft geht bei dem Angriff auf Lahav Shapira von einer antisemitischen Gewalttat aus. Der Täter bestreitet dies und erreicht im Berufungsprozess eine geringere Strafe. Beendet ist der Fall damit nicht

 17.04.2026