Islam

Deutsch-Israelische Gesellschaft sieht bei Islamverbänden Offenheit für Antisemitismus

Volker Beck Foto: Marco Limberg

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, wirft den Islamverbänden in Deutschland ein »antisemitismus-offenes Verhältnis« zu Israel vor. Dies sei der »Elefant im Raum« der deutschen Religionspolitik, auf den die Deutsche Islamkonferenz eingehen müsse, schreibt Beck im »Kölner Stadt-Anzeiger« (Montag). Er sprach sich für eine Überprüfung der bisherigen deutschen Islampolitik aus.

Das nächste Treffen der Islamkonferenz, der auch Beck angehört, ist für Dienstag und Mittwoch angesetzt. Thema soll die »Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus als gesamtstaatliche Aufgabe« sein. Beck forderte, die »direkte und streitige Auseinandersetzung mit den Verbänden« aufzunehmen.

Er drang etwa auf klare Grundlagen für die Kooperationsformate. »Islamische Organisationen, die Partner des Staates und anerkannter Teil der deutschen Zivilgesellschaft sein wollen, müssen die freiheitlich-demokratische Grundordnung sowie Israels Existenz und Sicherheit bejahen, einschließlich seines Rechts zur Selbstverteidigung«, mahnte Beck.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft warf insbesondere der Türkisch-Islamischen Union Ditib und deren vorgesetzter Behörde, der türkischen Religionsbehörde Diyanet, eine »antisemitische Vernichtungs- und Auslöschungsfantasie« vor.

Diyanet-Chef Ali Erbas hatte nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober in einer Freitagspredigt gesagt, Israel sei »ein rostiger Dolch im Herzen der islamischen Geografie«. Keiner der großen Islamverbände habe dies bisher eindeutig und unmissverständlich verurteilt, monierte Beck, der von 1994 bis 2017 für die Grünen im Deutschen Bundestag saß. Damit sehe er die Grundlage der Religionspolitik in der Krise.

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) wurde 2006 als Forum für den Dialog zwischen Staat und Muslimen ins Leben gerufen. epd

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