Meinung

Der Lechts-Rinks-Illtum

Ach, hätte Hans Püschel doch seinen Ernst Jandl parat gehabt! Der Österreicher hat einst mit Sprachwitz und Hintersinn gedichtet: manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern, werch ein illtum. Genau diesem Richtungs-Illtum ist der sozialdemokratische Kommunalpolitiker aus Sachsen-Anhalt erlegen. Oder war es gar keine Fehleinschätzung, sondern vielmehr tiefe Überzeugung, die das Mitglied der SPD (etwas links) veranlasst hat, die NPD (extrem rechts) zu loben? Wir wissen es nicht. Denn der Bürgermeister der Gemeinde Krauschwitz mag sich nicht dazu äußern, worüber der Berliner Tagesspiegel am Montag berichtete. Püschel hat auf einer SPD-Website kundgetan, dass er auf dem Bundesparteitag der NPD Anfang November in Hohenmölsen kaum einen Satz gehört habe, »den ich nicht selbst hätte unterschreiben können«. Und der Genosse fühlte sich »beinahe wie auf einem Parteitag der SPD«. Schließlich gab Püschel noch zum Besten, dass ihn die Stimmungsmache gegen die NPD störe. Er habe keine Glatzköpfe und Springerstiefel gesehen, sondern nur normale Menschen. Was für eine Erkenntnis! Da kann es kaum verwundern, dass die Braunen den Roten in ihr Herz geschlossen haben. Übrigens, Jandls Gedicht trägt den schönen Titel »Lichtung«. Oder war es »Richtung«? Vielleicht dämmert es ja Herrn Püschel schon bald. Ist schließlich nicht ganz einfach, das mit lechts und rinks.

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich ein AfD-Politiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026