Meinung

Das siebente Kind

Die Prozedur ist ganz einfach: Bekommt eine Familie ihr siebentes Kind, kann sie beim Bundespräsidenten eine Ehrenpatenschaft nebst 500 Euro für das Sparbuch des Neugeborenen beantragen. Das haben auch die Müllers aus dem mecklenburg-vorpommerschen Lalendorf getan. Doch anders als sonst, weigerte sich der Bürgermeister, die Urkunde zu überreichen, weil Marc und Petra Müller als rechtsextrem gelten. Und deren Gesinnung wolle man nicht unterstützen, heißt es in Lalendorf. Christian Wulff jedoch hielt an der seit 1949 eingeführten Ehrenpatenschaftspraxis fest und schickte das Schriftstück und den Geldbetrag mit der Post. Denn: »Neugeborene haften nicht für ihre Eltern.« Stimmt! Wulff hat entgegen aller Kritik das einzig Richtige getan. Was kann das Kind für die Ansichten seiner Eltern – nichts. Allerdings hat sich der Bundespräsident mit der Patenschaft eine anspruchsvolle Aufgabe gesetzt. Denn bei den Müllers muss er von Staats wegen besonders darauf achten, dass der Sprössling demokratisch erzogen wird. Vielleicht könnten regelmäßige, unangekündigte Kontrollen des Jugendamtes oder eine pädagogische Betreuung der Eltern helfen. Und wenn sich das Patenkind zur Volljährigkeit das Grundgesetz anstelle von Springerstiefeln wünscht, weiß man: Wulff hatte recht.

Meinung

Ein belasteter Ort verlangt Bewusstsein

Belastete Orte wie etwa Hitlers Geburtshaus in Braunau gibt es in Deutschland und Österreich viele. Erinnerung daran bedeutet, ihr in der Gegenwart die richtige Antwort zu geben

von Vladimir Vertlib  29.07.2026

Islamismus

Tagesspiegel: FDP-Politikerin soll Unbeteiligten nach CSD-Anschlag fälschlich verdächtigt haben

Der zu Unrecht Verdächtigte heißt ebenfalls Abdul und erhielt nach eigenen Angaben etliche Drohungen

 29.07.2026

Thüringen

Entschuldigung nach Hass-Kommentar eines Leinefelder Gastwirts abgelehnt

Das Auschwitz-Komitee wirft dem Gastronomen vor, Menschen mit dem Tod bedroht und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlicht zu haben.

 29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte

 29.07.2026

Berlin

Klein: Sympathie-Bekundung für Terrororganisationen strafbar machen

Nach dem Anschlag durch einen IS-Anhänger fordert der scheidende Antisemitismusbeauftragte Gesetzesänderungen

 29.07.2026

Berlin

CSD-Anschlag: Innensenatorin und Polizei beantworten Fragen

Nach dem Angriff gibt es noch viele Unklarheiten. Der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses kommt daher zusammen. Außerdem rückt das Thema Prävention in den Fokus

 29.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht

Nach dem CSD-Anschlag sagt die Familienministerin, queere Menschen seien in Teilen des Landes besonders unter Druck und könnte Solidarität erwarten

 29.07.2026

Judenhass

Antisemitismus auf Höchststand seit mehr als drei Jahrzehnten

Die Untersuchung erfasst die sieben Länder mit den größten jüdischen Bevölkerungen außerhalb Israels, darunter Deutschland

 29.07.2026