Meinung

Das siebente Kind

Die Prozedur ist ganz einfach: Bekommt eine Familie ihr siebentes Kind, kann sie beim Bundespräsidenten eine Ehrenpatenschaft nebst 500 Euro für das Sparbuch des Neugeborenen beantragen. Das haben auch die Müllers aus dem mecklenburg-vorpommerschen Lalendorf getan. Doch anders als sonst, weigerte sich der Bürgermeister, die Urkunde zu überreichen, weil Marc und Petra Müller als rechtsextrem gelten. Und deren Gesinnung wolle man nicht unterstützen, heißt es in Lalendorf. Christian Wulff jedoch hielt an der seit 1949 eingeführten Ehrenpatenschaftspraxis fest und schickte das Schriftstück und den Geldbetrag mit der Post. Denn: »Neugeborene haften nicht für ihre Eltern.« Stimmt! Wulff hat entgegen aller Kritik das einzig Richtige getan. Was kann das Kind für die Ansichten seiner Eltern – nichts. Allerdings hat sich der Bundespräsident mit der Patenschaft eine anspruchsvolle Aufgabe gesetzt. Denn bei den Müllers muss er von Staats wegen besonders darauf achten, dass der Sprössling demokratisch erzogen wird. Vielleicht könnten regelmäßige, unangekündigte Kontrollen des Jugendamtes oder eine pädagogische Betreuung der Eltern helfen. Und wenn sich das Patenkind zur Volljährigkeit das Grundgesetz anstelle von Springerstiefeln wünscht, weiß man: Wulff hatte recht.

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026