Meinung

Das siebente Kind

Die Prozedur ist ganz einfach: Bekommt eine Familie ihr siebentes Kind, kann sie beim Bundespräsidenten eine Ehrenpatenschaft nebst 500 Euro für das Sparbuch des Neugeborenen beantragen. Das haben auch die Müllers aus dem mecklenburg-vorpommerschen Lalendorf getan. Doch anders als sonst, weigerte sich der Bürgermeister, die Urkunde zu überreichen, weil Marc und Petra Müller als rechtsextrem gelten. Und deren Gesinnung wolle man nicht unterstützen, heißt es in Lalendorf. Christian Wulff jedoch hielt an der seit 1949 eingeführten Ehrenpatenschaftspraxis fest und schickte das Schriftstück und den Geldbetrag mit der Post. Denn: »Neugeborene haften nicht für ihre Eltern.« Stimmt! Wulff hat entgegen aller Kritik das einzig Richtige getan. Was kann das Kind für die Ansichten seiner Eltern – nichts. Allerdings hat sich der Bundespräsident mit der Patenschaft eine anspruchsvolle Aufgabe gesetzt. Denn bei den Müllers muss er von Staats wegen besonders darauf achten, dass der Sprössling demokratisch erzogen wird. Vielleicht könnten regelmäßige, unangekündigte Kontrollen des Jugendamtes oder eine pädagogische Betreuung der Eltern helfen. Und wenn sich das Patenkind zur Volljährigkeit das Grundgesetz anstelle von Springerstiefeln wünscht, weiß man: Wulff hatte recht.

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Berufung

Hamburg hat wieder eine Beauftragte gegen Antisemitismus

Nach Monaten der Vakanz ist das Amt wieder besetzt: Anna von Villiez wird Hamburgs neue Beauftragte gegen Antisemitismus. Ein Rechtsstreit hatte die Auswahl verzögert

von Michael Althaus  30.06.2026

Kommentar

Für Islamisten existiert kein Kindeswohl

In glühender Hitze wurden Kinder von Islamisten gefesselt durch Berlin geführt. Dass so etwas mitten in der Hauptstadt geschehen kann, ist die Folge einer fehlgeleiteten Migrationspolitik

 30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Interview

»Soziale Medien sind Brandbeschleuniger für Judenhass«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, wechselt nach Paris. Am Dienstagabend zog er auf einem Podium in Berlin Bilanz. Im Interview blickt er zusätzlich auch auf Persönliches

von Leticia Witte  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Hamburg

Mutmaßlicher Block-Entführer: »Wir sind hier wie in einer Mossad-Operation«

Im Block-Prozess wird ein Zeuge aus Israel weiter per Video befragt. Der 42-Jährige steuerte bei der gewaltsamen Rückholung der Kinder einen der Wagen. Wie er heute auf die Ereignisse blickt.

von Stephanie Lettgen  30.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz: Immer mehr Extremisten in Deutschland

Die Sicherheitsbehörden melden einen deutlichen Anstieg bei Rechtsextremen – und sehen auch im linken Lager neue Dynamik. Was hinter dem Zuwachs steckt und warum die Aufklärung manchmal schwierig ist

von Anne-Beatrice Clasmann  30.06.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026