Fußball

»Das ist unter aller Sau«

Bedankt sich bei seinem Verein für die Unterstützung: Almog Cohen Foto: imago

Trainer Jens Keller vom FC Ingolstadt hofft, dass der antisemitische Hass-Internetbeitrag gegen seinen Kapitän Almog Cohen den Spieler nicht zu sehr beeinflusst. »Ich muss klar sagen, dass das mit Fußball überhaupt nichts zu tun hat. Das ist unter aller Sau. Es sind ganz einfach dumme Menschen, die so etwas machen. Ich bin nicht in sozialen Netzwerken, weil eben jeder Vollidiot eine Plattform bekommt und schreiben kann, was er möchte«, sagte der Coach des Fußball-Zweitligisten in einem Interview mit dem »Donaukurier«.

Der jüdische Profi war am Freitagabend nach seiner Roten Karte in der zweiten Halbzeit beim 0:2 bei Union Berlin via Twitter von einem User massiv beleidigt worden. Die Berliner Polizei hatte deshalb Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Der Berliner Staatsschutz ermittelt.

UNTERSTÜTZUNG »Ich hoffe, dass Almog das nicht zu sehr beschäftigt, denn er hat mit seiner Situation ohnehin genug zu tun«, sagte Keller. In der Familie des Israelis gab es kürzlich einen Trauerfall.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

In dem Beitrag bei Twitter wurde der israelische FCI‐Profi Almog Cohen (30) wüst beleidigt. »Verpiss dich aus unserem Stadion an der alten Försterei du scheiß Judenvieh!!!!!!! Hast Rot bekommen und nun nerv nicht rum sondern verpiss dich für immer scheiß Judenvieh; Ab in die Kammer mit dir!!!!!!!«

»U.N.V.E.U.«, hieß es zudem in dem Tweet des Twitter‐Nutzers namens »evermore83«. Die Abkürzung »U.N.V.E.U.« steht für »Und niemals Vergessen Eisern Union«.

STOLZ Almog Cohen schrieb nach dem judenfeindlichen Vorfall auf Twitter: »Als jüdischer Fußball‐Profi in Deutschland möchte ich nur sagen: Ich bin sehr stolz auf meine Abstammung und darauf, mein Land in der 2. Bundesliga zu repräsentieren und den FC Ingolstadt 04 als Kapitän anzuführen. Und das in einem Land, in dem ich seit neun Jahren lebe und das ich für seine Offenheit schätze. Vielen Dank für den großen Zuspruch in den vergangenen Stunden sowie die damit verbundene Unterstützung von allen Seiten!«

https://twitter.com/AlmogCohen8/status/1104459123767291904

Auch in Israel sorgte der Vorfall für Bestürzung. »Wir sind entsetzt über den antisemitischen Tweet«, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums auf Anfrage. »Wir hoffen, dass die deutschen Behörden auf strengste Weise mit dieser Angelegenheit umgehen werden.« ja/dpa

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Washington D.C.

21 US-Soldaten im Iran-Krieg gestorben

Die meisten US-Amerikaner sind nicht vom Krieg im Iran überzeugt. Eine Anpassung der Todeszahlen könnte den Unmut noch vergrößern

 12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026