Meinung

Dabei in Dubai

Der israelische Kricket-Verband bemüht sich, junge Juden und Beduinen zum gemeinsamen Sport zu bewegen. Das ist gut, schön, toll, prima, super. Und so preiswürdig, dass das International Cricket Council das soziale Engagement mit einem Preis ehren möchte. Der Haken daran: Der Verband sitzt in Dubai, dort, wo jüngst ein Hamas-Führer womöglich vom Mossad ermordet wurde. Außerdem hat sich das Emirat in den vergangenen Jahren israelischen Sportlern nur selten als guter Gastgeber präsentiert. 2009 wurde zum Beispiel der Tennisspielerin Shahar Pe’er trotz der Einladung für ein Turnier die Einreise verweigert. In diesem Jahr war sie zwar dabei, aber die Organisatoren atmeten auf, als Pe’er im Halbfinale scheiterte. Anderenfalls hätten die Scheichs der Israelin auf dem Centre Court applaudieren oder, schlimmer noch, ihr den Pokal überreichen müssen. Bei der Verleihung des Kricket-Preises könnte genau das passieren. Werden die Scheichs den Gästen aus dem »Schurkenstaat« die Hand reichen? Vielleicht dürfen die Vertreter des jüdischen Staates ihn ja gar nicht persönlich entgegennehmen, um den Groll der arabischen Welt zu vermeiden. Da bleibt nur noch der Postweg.

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

So geht es im Streit um Vanessa Emde weiter

Die Linke tut sich schwer, einen Umgang mit der israelfeindlichen Abgeordneten zu finden, die sich über Fraktionsentschlüsse hinwegsetzt. »Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit«, heißt es aus der Partei

 28.10.2026

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026