Meinung

Dabei in Dubai

Der israelische Kricket-Verband bemüht sich, junge Juden und Beduinen zum gemeinsamen Sport zu bewegen. Das ist gut, schön, toll, prima, super. Und so preiswürdig, dass das International Cricket Council das soziale Engagement mit einem Preis ehren möchte. Der Haken daran: Der Verband sitzt in Dubai, dort, wo jüngst ein Hamas-Führer womöglich vom Mossad ermordet wurde. Außerdem hat sich das Emirat in den vergangenen Jahren israelischen Sportlern nur selten als guter Gastgeber präsentiert. 2009 wurde zum Beispiel der Tennisspielerin Shahar Pe’er trotz der Einladung für ein Turnier die Einreise verweigert. In diesem Jahr war sie zwar dabei, aber die Organisatoren atmeten auf, als Pe’er im Halbfinale scheiterte. Anderenfalls hätten die Scheichs der Israelin auf dem Centre Court applaudieren oder, schlimmer noch, ihr den Pokal überreichen müssen. Bei der Verleihung des Kricket-Preises könnte genau das passieren. Werden die Scheichs den Gästen aus dem »Schurkenstaat« die Hand reichen? Vielleicht dürfen die Vertreter des jüdischen Staates ihn ja gar nicht persönlich entgegennehmen, um den Groll der arabischen Welt zu vermeiden. Da bleibt nur noch der Postweg.

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