Berlin

CDU-Chef Merz: »Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben«

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Foto: picture alliance / Anadolu

Die CDU geht mit einer Kampfansage an die AfD in das Wahljahr 2026. »Wir werden uns von diesen Leuten nicht zerstören lassen. Den Beweis werden wir in den nächsten Monaten erbringen«, sagte der Parteivorsitzende Friedrich Merz in Berlin nach Beratungen des CDU-Präsidiums.

Er kündigte erneut einen klaren Abgrenzungskurs gegenüber der AfD an. »Wir haben mit dieser Partei keinerlei Übereinstimmung - weder in den Grundüberzeugungen noch in den tagespolitischen Fragen, die es zu beantworten gilt.« Eine Zusammenarbeit werde es nicht geben.

Im kommenden Jahr werden mehrere neue Landtage gewählt. Die AfD werde dabei wahrscheinlich der Hauptgegner der CDU sein, sagte Merz. »Und ich kann jedem nur raten, es ernst zu nehmen, wenn wir jemanden als Hauptgegner bezeichnen. Dann bekämpfen wir ihn wirklich.« Das hätten die Grünen bei der jüngsten Bundestagswahl erfahren.

Lesen Sie auch

Die CDU wolle und könne bei allen fünf Wahlen die stärkste politische Kraft werden, betonte Merz. Sie werde sich künftig noch klarer von der AfD abgrenzen. »Wichtig ist vor allem, dass wir dem eine erfolgreiche Regierungsarbeit entgegensetzen.« Das sei nicht nur eine Aufgabe der Union, sondern auch des Koalitionspartners SPD. »Wenn wir gemeinsam erfolgreich regieren, dann wird es keine sogenannte Alternative für Deutschland mehr brauchen.«

Im nächsten Jahr kommt es in vier Bundesländern zu Landtagswahlen, nämlich in Baden-Württemberg (8. März), Rheinland-Pfalz (22. März), Sachsen-Anhalt (6. September) und Mecklenburg-Vorpommern (20. September). Hinzu kommen Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus, die ebenfalls am 20. September stattfinden.

Die AfD wurde bisher in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und zuletzt in Brandenburg vom Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextremistisch« eingestuft. Bundesweit erfolgte am 2. Mai 2025 dieselbe Einstufung. Bis zur Klärung der Klage, die die AfD sogleich gegen die Einstufung anstrengte, wurde die bundesweite Einstufung zunächst ausgesetzt. dpa/ja

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026