Palästinensischer Terror

Bundesregierung verlangt von UNRWA rasche Aufklärung

Foto: picture alliance / NurPhoto

Die Bundesregierung hat vom UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA eine rasche Aufklärung über die Vorwürfe einer mutmaßlichen Beteiligung einiger seiner Beschäftigter am Massaker der Hamas in Israel verlangt.

Es sei jetzt an der UNWRA, »sehr schnell und rasch die notwendigen Schritte zur Aufklärung zu unternehmen, um diese Situation zu bereinigen«, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Er nannte es »erschreckend«, dass sich einige UNWRA-Mitarbeiter an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt hätten.

Im vergangenen Haushaltsjahr flossen den Angaben des Sprechers zufolge insgesamt 206,5 Millionen Euro von Seiten der Bundesrepublik an die UNWRA, davon 130,5 Millionen Euro vom Auswärtigen Amt. Von den Geldern seien 83 Millionen Euro in Gaza eingesetzt worden.

Weltweite Empörung

Zugleich betonte er, die Bundesregierung werde die palästinensische Zivilbevölkerung nicht im Stich lassen, die humanitäre Hilfe für die Palästinenser gehe weiter. Die schweren Vorwürfe gegen zwölf von insgesamt mehreren Tausend UNRWA-Mitarbeiter hatten weltweit für Empörung gesorgt.

Das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium hatten am Samstag mitgeteilt, dass Deutschland angesichts der Vorwürfe vorerst keine neuen Gelder für UNWRA bewilligen werde.

»Bis zum Ende der Aufklärung wird Deutschland in Abstimmung mit anderen Geberländern temporär keine neuen Mittel für UNWRA in Gaza bewilligen«, hieß es in einer Mitteilung. Ohnehin stünden derzeit keine neuen Zusagen an. Vor wenigen Tagen habe man die Mittel für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef um sieben Millionen Euro aufgestockt.

Abscheuliche Anschläge

Die Europäische Kommission zeigte sich ebenfalls entsetzt. Finanzielle Hilfe will sie später treffen. »Anstehende Finanzierungsbeschlüsse für das UNRWA wird die Europäische Kommission im Lichte der sehr schwerwiegenden Anschuldigungen vom 24. Januar über die Beteiligung von UNRWA-Mitarbeitern an den abscheulichen Anschlägen vom 7. Oktober treffen«, hieß es in einer Erklärung.

Laut Kommission sollte die UNRWA einer Prüfung durch von der EU benannte, unabhängige, externe Sachverständige zustimmen. »Es sollen insbesondere die Kontrollsysteme untersucht werden, die erforderlich sind, um eine mögliche Verwicklung von Mitarbeitern des Hilfswerks in terroristische Aktivitäten zu verhindern.«

Eine Überprüfung aller UNRWA-Mitarbeiter müsse eingeleitet werden, »um zu bestätigen, dass sie nicht an den Anschlägen beteiligt waren«, so die Europäische Kommission. dpa/ja

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026