Gedenken

Bundespräsident ruft zu Einsatz für die Demokratie auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: picture alliance/dpa

Frank-Walter Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland um pro-demokratisches Engagement gebeten. Eine wehrhafte Demokratie brauche engagierte Menschen, »die in ihrem politischen Urteil moralisch klar und fest sind« und die Demokratie »als ihre Sache ansehen«, sagte Steinmeier am Montag in einer Rede in der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zum 80. Jahrestag der Hinrichtung von Mitgliedern der »Weißen Rose«.

Als erste Mitglieder der Widerstandsgruppe waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl und ihr Freund Christoph Probst am 22. Februar 1943 vom NS-Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am selben Tag in der JVA Stadelheim hingerichtet worden. Die LMU erinnert jedes Jahr in einer Gedenkstunde an den Widerstandskampf der »Weiße Rose«.

Hetze Die Demokratie sei in Deutschland in den letzten Jahren unter Druck geraten, erklärte Steinmeier laut Redemanuskript. Rechtspopulisten und Extremisten hätten Zulauf, Hass und Hetze nähmen vor allem in den sozialen Netzwerken zu. Steinmeier erinnerte unter anderem an die Morde des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) und an den Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019.

»Nichts rechtfertigt die Gleichsetzung des Protests in einer Demokratie mit dem Widerstand in einer Diktatur.«

Frank-Walter Steinmeier

Doch zur Sorge darüber müsse sich auch persönliches Handeln gesellen: »Jeder, der an mehr denkt als nur sich selbst, stärkt das Rückgrat der Demokratie«, betonte der Bundespräsident. Die Zukunft der Demokratie hänge nicht nur vom anderen ab, sondern von »jeder und jedem Einzelnen«.

Die Demokratie sei die einzige Staatsform, in der man über Fehler diskutieren und sie korrigieren könne. Kritik, Demonstrationen und Proteste gehörten deshalb zu ihrem Wesenskern, sagte Steinmeier: »Auch und gerade von Minderheiten; auch mit Mitteln, die die Mehrheit kritisiert, die ihr auf die Nerven gehen.«

Gleichsetzung Allerdings sei es auf dem Hintergrund der NS-Zeit ärgerlich, wenn heute leichtfertig von Widerstand gesprochen werde. »Nichts rechtfertigt die Gleichsetzung des Protests in einer Demokratie mit dem Widerstand in einer Diktatur«, machte der Bundespräsident deutlich.

Den Krieg in der Ukraine bezeichnete Steinmeier als menschenverachtenden Angriffskrieg, der sich »aus Putins imperialem Wahn« speise und aus »der Angst der Kreml-Autokratie vor der Demokratie«. Die militärische Hilfe für die Ukraine sei zwar umstritten, aber notwendig, damit sich Opfer gegen Täter verteidigen könnten und der Völkerrechtsbruch Russlands »nicht einfach nur zur Kenntnis« genommen werde. epd

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Iran-Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte«

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026 Aktualisiert

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026